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Vor einigen Wochen war ich als Zuschauerin bei einem Kurs der Ecole de Légèreté von Philippe Karl. Mein Pflegepferd Najem wurde und wird nach dieser Schule ausgebildet und geritten. Gehört hatte ich schon einiges darüber, negatives so wie positives, wobei bei meiner Meinung das Positive überwiegt. Nun wollte ich mir aber einen richtigen Eindruck verschaffen. Zum Glück fand in meiner Nähe ein entsprechender Kurs statt, bei dem ausgebildete und zukünftige Reitlehrer von Philippe Karl höchstpersönlich unterrichtet werden. Leider war es im März noch sehr kalt, so dass ich mir nicht den ganzen Tag antun wollte. Ich bin sowieso eher der Typ „Learning by doing“ und ewiges Zuschauen finde ich langweilig.

Die paar Stunden haben zwar meine Vorurteile bestätigt, gleichzeitig jedoch auch ausgeräumt. Das tönt jetzt zwar nicht logisch, werde ich aber natürlich gleich erklären:

Mein Vorurteil war, dass sehr viel am Kopf gemacht wird (Biegung des Halses, hohe Hände usw.). Das ist auch so, darauf wird sehr viel Wert gelegt um das Pferd beweglich zu machen und ins Gleichgewicht zu bringen. Dabei wird auch gerne mal beim Reiten „zu stark“ gebogen, also so, dass es keine korrekte Biegung mehr ist. Dies wird allerdings bewusst gemacht und nur bei Pferden, die noch nicht genug beweglich und im Gleichgewicht sind. Danach wird eine normale Biegung und Stellung angestrebt. Also ist diese Überbiegung ein Mittel zum Zweck wie vieles andere und wenn das Pferd sorgfältig und freundlich darauf vorbereitet wird, auch keineswegs negativ.

Mein zweites Vorurteil bestand darin, dass das Pferd nur auf den Kopf und die Kopfhaltung minimiert wird. Der Fokus liegt zwar schon auf diesem Bereich, allerdings wird keine Kopfhaltung erzwungen und der Rest des Pferdekörpers wird nicht vernachlässigt – also gerade nicht: solange der Kopf unten ist, stimmt auch der Rest – eher: die Kopfhaltung soll frei sein und das Pferd durch die Übungen soweit ausbalanciert werden, dass es in die gewünschte Haltung kommt.

Allerdings stellte ich fest, dass die richtige Umsetzung sehr von dem entsprechenden Reitlehrer abhängt. Philippe Karl selbst hatte immer einen guten Blick für das ganze Pferd, dieser war bei den Ausbildern in Ausbildung deutlich weniger vorhanden. Wie immer kommt es also auch hier auf die Menschen an, die das Konzept umsetzen.

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