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Die Tage werden kürzer, die Arbeit im Büro bleibt gleich lang. Ok, wirklich kürzer werden die Tage nicht, aber es wird früher dunkel. Noch bei Tageslicht im Stall zu sein wird ein Ding der Unmöglichkeit. Den ganzen Winter nur Bodenarbeit machen ist aber auch doof. Ausreiten im Dunkeln ist zwar kein Problem mit Najem, jedoch sehr mühsam für mich, weil ich teilweise den Weg nicht sehe oder die Äste, bevor sie mir ins Gesicht schlagen.

Also musste Abhilfe her. Ich schnappte mir Michaels Stirnlampe und ritt damit testweise zweimal durch den Wald. Das ist schon um Welten besser, jetzt sehe ich die Äste wenigstens, bevor sie mir ins Gesicht klatschen. Und ich kann den Weg erkennen, bzw. vom Wald unterscheiden.

Der Ansatz ist gut, aber optimal ist anders. Da muss wohl irgendwann eine neue Stirnlampe her. Vielleicht reichen als Übergangslösung auch irgendwelche Clips, welche die Lampe besser am Helm befestigen. Aber immerhin kann ich so jetzt auch im Dunkeln in den Wald.

Die zwei Ausritte waren nämlich traumhaft! Ohne Sattel, nur mit Pad streunten wir zusammen durch den Wald. Wenn der Boden weich genug war, was bei den vielen Blättern jetzt im Herbst schnell möglich ist, legten wir auch gerne einen Galopp ein. Najem bot dies förmlich an. Ein Traum, so durch den dunklen und stillen Wald zu schweben, mit den leise polternden Hufen unter mir und dem Wind im Gesicht fühlte ich einfach nur Glück! Das war schon immer ein Traum von mir, ohne Sattel mit dem Pferd in völligem Vertrauen durch den Wald zu galoppieren! Ich freue mich jetzt schon auf den Winter, der Schnee gibt einem solchen Ausritt eine zauberhafte Note. Obwohl diese gestern auch spürbar war: Stille, kein Wind und im Schein der Lampe sah ich viele weisse Nachtfalter, welche mir fast wie Elfen vorkamen. Najems Hufgetrappel war in den Blättern nicht viel mehr als Rascheln.

Im Moment sind die Temperaturen auch gerade richtig, dank guter Kleidung und meiner Fusssohlen-Heizung friere ich nicht. Najem auch nicht, der hat schliesslich seinen Winterpelz. Gestern war sein Fell sogar noch feucht, obwohl wir die letzte halbe Stunde des Ausritts nur Schritt geritten sind. Er bekam dann eine Abschwitzdecke drauf für ein paar Minuten, danach habe ich ihn abgerubbelt. Da es nicht windete und er am restlichen Körper trocken war, liess ich ihn so im Stall zurück. Vermutlich war er nach zwanzig Minuten schon wieder trocken.

Auch ihm scheinen die Ausritte Spass zu machen, er kommt vom Stall gerne mit mir mit und scheint unterwegs Freude an der Bewegung zu haben. Immer wieder hat er zufrieden abgeschnaubt. Er machte auf mich sowieso einen zufriedenen Eindruck während der ganzen Zeit.

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