Nachdem ich nun monatelang immer die gleiche Runde geritten bin, habe ich gestern ganz spontan einen neuen Weg ausprobiert. Warum es monatelang immer die gleiche Runde war, weiss ich gar nicht. Ich mag wohl Sicherheit und Vertrautes. Das Vertrauen zu Najem musste ich mir erst erarbeiten – also mein Vertrauen zu ihm, nicht seines zu mir. Er ist ja eher der unerschütterliche 😀

Mittlerweile gibt mir sein Vertrauen genug Sicherheit, um auch mal etwas Neues mit ihm zusammen auszuprobieren. Ich sah die letzten Male immer einen Weg, der meinen kreuzte und sehr ansprechend für einen Galopp aussah (steil und ein wenig weicher). Also wollte ich heute diesen Weg finden. Nachdem wir auf die vermutete Strecke abgebogen sind, waren wir erstmal damit abgelenkt, alle Bremsen loszuwerden. Ich hatte ihn mit Essigwasser eingesprüht, weswegen sich die Viecher wohl gern auf meine Beine auf die Reithosen setzten und sich schön erschlagen liessen. Auch Najem prügelte ich ein paar Hundert Meter, aber er hat sehr wohl gecheckt, dass ich nur die Stechviecher erschlage und nicht ihn, er hat nämlich nicht mit der Wimper gezuckt, auch nicht wenn ich mich auf ihm verrenkte, um an die Bremsen bei meinen Schuhen zu kommen.

Dann standen wir plötzlich irgendwo im Wald und ich hatte keine Ahnung wo. Irgendwie ritten wir im Kreis um die Hügelspitze und ich wusste nicht, auf welcher Seite des Hügels wir sind. Meinen kümmerlichen Orientierungssinn hatte ich nämlich schon vor Jahren auf mein iPhone ausgelagert, wo er sich dank GPS bestens machte. Auslagerung hat aber den Nachteil, dass man es nicht immer dabei hat.

Da ich Najems Orientierungssinn mehr vertraute, wollte ich bei der nächsten Kreuzung ihm die Entscheidung überlassen. Bei der nächsten Kreuzung kam ich jedoch genau beim geplanten Weg hoch und war völlig überrascht – den Galopp hatte ich vor lauter Verwirrung ganz vergessen 😀

Unterwegs traffen wir übrigens noch ein gefährliches Monster, einen seltsamen, grossen Plastiksack mitten auf dem Weg! Najem beäugte ihn skeptisch, blieb aber ruhig. Am Ende lief er sogar darüber – wenn auch aus Versehen 😀 Dafür lösten die aufgemalten Pfeile und Sägespän-Linien bei ihm gar nichts aus. Und auch insgesamt war er relativ ruhig für eine unbekannte Strecke.

Es war eine schöne Runde und das nächste Mal werde ich vermutlich wieder diese lange Runde wählen, hat Spass gemacht 🙂 Und wenn ich mich daran gewöhnt habe, erkunde ich wieder neue Wege ^^

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