Nachdem ich einige Wochen krank war – erst Magendarm, dann kurz darauf Grippe – war ich am Sonntag zum zweiten Mal bei meiner neuen RB. Ich hatte bei mir irgendwie gar nicht abgespeichert, dass er ein Hengst ist, weil das für mich keine Rolle spielt. Er wird sehr artgerecht mit zwei Wallachen in einem tollen Offenstall gehalten und macht einen ausgeglichenen Eindruck. Trotzdem lustig, dass ich jetzt einen „wilden schwarzen Hengst“ reite 🙂 Wobei, wild ist er ja eben nicht. Und richtig schwarz auch nicht, eher dunkelbraun. Gut für mich, denn ich brauche keinen wilden Hengst, ich habe lieber ein ausgeglichenes, braves Pony mit Charakter. Und genau das habe ich jetzt.

Wir waren zu zweit über zwei Stunden ausreiten, was gestern und heute in den Beinen gespürt hatte. Der Fellsattel ist halt super, denn man muss darin richtig sitzen, damit er bequem ist und man schön mitschwingen kann. Und wenn man richtig mitschwingt, hinterlässt das halt Spuren, zumindest wenn man sich das nicht mehr gewöhnt ist.

Der Hengst kam dann bei einer Pferdeweide zum Vorschein, da wollte er stehenbleiben und sich ein wenig aufplustern. Er liess sich dann aber problemlos zum weiter Laufen bitten, auch wenn ich schon sehr direkt werden musste. Danach war er entsprechend aufgedreht und der Trab klappte gar nicht. Ich hatte ständig das Gefühl, er galoppiert nächstens an und ausserdem machte er den Rücken völlig dicht, so dass ich nicht sitzen konnte. Steigbügel hatte ich ja nicht und so einen harten, schnellen Trab kann ich höchstens im leichten Sitz „aussitzen“. Später nach einer langen Galoppstrecke klappte auch das Traben wieder. Ich war froh, liess sich die Besitzerin auf mich ein und meinte, wir gehen lieber Schritt, wenn er mich nicht sitzen lässt. Ich denke, ich habe mich ganz gut geschlagen, reite grundsätzlich fein, kann mir aber auch durchsetzen falls nötig. Beim Rückweg diskutierte er dann nicht einmal mehr mit mir, sondern lief ganz normal weiter bei der Pferdeweide.

Mit der Besitzerin verstehe ich mich sowieso sehr gut, wir hatten tolle Gespräche und waren wirklich auf einer Wellenlänge. Sie ist auch jemand, der gerne redet (so wie ich) und ich mag das. Bei anderen führe ich manchmal nur Monologe oder das Frage-Antwort-Spiel, was ich beides sehr anstrengend finde.

Morgen gehen wir zusammen in die Halle, aber wohl nur für Bodenarbeit. Ist für mich völlig ok, ich mag Bodenarbeit, ich lerne gerne dazu und ich finde, es bringt das Pferd auch weiter, weil man vom Boden aus viel gezielter einwirken kann und das ganze Pferd im Blick hat. Grundsätzlich reite ich zwar lieber, aber ich sehe absolut den Sinn in der Bodenarbeit. Wenn das Pferd dadurch gut gymnastiziert wird, macht danach das Reiten auch viel mehr Spass.

Nach dem Reiten wird Heu geliefert, da helfe ich natürlich, zumal zwei Personen körperlich momentan angeschlagen sind. Normale Stallarbeit muss ich nicht machen, ich zahle dafür auch eine eher hohe Kostenbeteiligung. Das ist für mich ok, denn ich mache nicht gerne Stallarbeit und zahle auch lieber etwas mehr. In der Gruppe macht mir aber eine solche Aktion Spass, solange es nicht ständig ist. Und ich finde, das gehört dazu, unabhängig von der Stallarbeit.

Ich freue mich, eine so tolle Reitbeteiligung gefunden zu haben 🙂 Fotos folgen natürlich auch irgendwann 🙂

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