Ich reite nun ja schon seit einigen Jahren hauptsächlich im Gelände. Am Anfang war Ausreiten im Winter eine Tortur, die Finger froren fast am Zügel fest und die Füsse konnte ich nicht mehr spüren. Vor allem die Füsse waren schlimm!

Über die Jahre habe ich mich aber entsprechend ausgerüstet, so dass ich jetzt bei keinem Wetter mehr frieren muss. Dabei habe ich gerne über den Horizont der Reiterwelt geschaut. Denn ehrlich gesagt bieten Reit-Utensilien nicht sehr viel sinnvolles. Skifahrer und Motorradfahrer sind da viel weiter. Deswegen folgen nun meine Empfehlungen:

Skihosen (und -Jacken) anstatt Reithosen
Skihose sind extrem wetterfest und darauf ausgelegt, dass man darin nicht friert. Natürlich muss man darauf achten, dass sie keine Reissverschlüsse an den Beininnenseiten haben, ansonsten ist man völlig frei. Zudem ist die Auswahl riesig. Bei richtig kaltem Wetter macht sich auch eine Thermo-Unterziehose gut, zB von Odlo. Die Skihose lässt sich dann natürlich auch zum Skifahren benutzen.
Dasselbe gilt natürlich auch für Skijacken.

Skischuh-Heizung
Vor einigen Jahren schenkte mit meine Mutter eine Skischuh-Heizung von Therm-ic. Dabei handelt es sich um eine Sohle, die sich in jeden Schuh einlegen lässt. Hinten ist ein flaches Kabel dran, am Ende des Kabels ein Akku. Der Akku lässt sich mit einem Drahtbügel am Schuh befestigen. Ich benutze selbst im Winter ganz normale Reitschuhe. Wer Stiefel hat, kann das Kabel bis zum oberen Schaft-Ende ziehen und den Akku dort befestigen. Der Akku hält bis acht Stunden auf kleinster Stufe, wenn es richtig kalt ist, habe ich meistens permanent die zweite Stufe drin. Das reicht immer noch für einen langen Ausritt. Die dritte Stufe ist eher zum Aufwärmen, wenn die Füsse kalt sind, ist aber für Dauergebrauch zu heiss. Die Sohlen geben also richtig warm.
Dies ist für mich viel besser als die beste Isolierung, denn auch mit guter Isolierung friere ich irgendwann an den Füssen und brauche aktive Wärme.
Es gibt übrigens auch beheizbare Socken, Handschuhe, Hosen, Jacken etc. Einfach mal im Internet nach Heizkleidung suchen. Für Schweizer gibt es diesen Shop: heizkleidung.ch

Leder-Handschuhe
Handschuhe aus Leder haben mehrere Vorteile. Erstens sind sie relativ wasser- und winddicht, gleichzeitig aber auch atmungsaktiv. Zweitens passt sich Leder mit der Zeit der Form der Hände an und ist zudem sehr weich und flexibel. Drittens kann man mit Lederhandschuhen auch Smartphones bedienen. Im Winter möchte ich nämlich nicht meine Handschuhe ausziehen, um das Handy zu bedienen. Das kommt relativ oft vor, da mein Orientierungssinn nicht sehr gut ist und ich irgendwann auch wieder nach Hause finden will. Oder einfach nur ein Foto machen.

Sportkleidung
Auch bei den Kleidern unter der Jacke greife ich nicht auf Reitkleidung zurück. Lieber habe ich dort Sportkleidung zB von Mammut. Es gibt dabei auch die Regel, dass man nicht mehr als 3 Schichten übereinander anziehen soll. Das funktioniert recht gut. Im kältesten Fall ist das ein langärmliges und wärmendes Shirt, eine Daunenweste und darüber eine warme Winterjacke. Damit ist gewährleistet, dass man auch nach einem langen Galopp nicht verschwitzt bleibt, denn dann friert man erst recht. Sportkleidung leiten die Feuchtigkeit vom Körper weg, somit bleibt man warm und trocken. Das ist übrigens auch im Sommer angenehmer. Sogar meine Unterhosen sind von Mammut 🙂 Und dieselbe Kleidung kann ich auch für alle anderen Sportarten wie Joggen, Skifahren oder Yoga brauchen.

Leuchtartikel
Im Winter ist es abends immer dunkel und man braucht eine gute Beleuchtung. Hier gibt es tatsächlich ein paar Artikel, welche ich wirklich vom Pferdesport-Geschäft habe. Dabei sind es jedoch hauptsächlich Artikel fürs Pferd, wie Leuchtgamaschen. Wenn es um mich geht, greife ich wieder auf andere Hersteller zurück. Meine Stirnlampe ist eine Profi-Lampe von Petzl, welche wasserdicht und stossfest ist. Regen oder mal ein Sturz vom Pferd macht ihr also nichts. Zudem sind diese Lampen für die Verwendung mit Helmen ausgelegt. Die meisten Pferde gewöhnen sich sehr schnell an die Stirnlampe, auch wenn sie es im ersten Moment oft ein wenig unheimlich finden. Ich nutze sie jedoch sowieso nur, wenn es wirklich dunkel ist, damit ich die Äste auf Kopfhöhe auch im Trab und Galopp rechtzeitig sehe 😀
Am liebsten sind mir jedoch Leuchtdioden, welche es gerade für Jogger endlos viele gibt. Diese lassen sich überall gut anklicken, auch am Sattel oder Zaumzeug. Denn gerade im Wald nützen reflektierende Flächen nicht sehr viel, wenn andere Reiter oder Fussgänger selbst keine Lichtquelle tragen. Deswegen leuchte ich lieber selbst, dann werde ich auch gesehen.

Helm
Natürlich ist auch mein Helm kein Reithelm, wäre ja unpassend. Auch hier nutze ich meinen Skihelm. Dieser hat abnehmbare Ohrschützer und ist durch die Lüftungsschlitze auch im Sommer brauchbar. Im Winter gibt er schön warm. Ausserdem hat er eine Halterung hinten für die Stirnlampe – eigentlich für die Ski-Brille gedacht.
Apropos Ski-Brille: auch diese habe ich gelegentlich am Helm, ultrapraktisch bei Regen oder Schneefall. Damit kann ich die Augen offen halten, weil mir keine Regentropfen in die Augen fallen – und auch kein Dreck vom galoppierenden Pferd vor mir 😉

Und so sieht das dann aus, mit Ski-Ausrüstung auf dem Pferd (Stirnlampe fehlt natürlich weil es hell war)

2014-12-31 12.51.59

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