Ich hatte bereits ein eigenes Pferd und musste feststellen, es kostet viel mehr Zeit und Geld als man denkt. Diese Verantwortung und Verpflichtung möchte ich momentan noch nicht tragen.

Dazu kommt, dass ich jetzt eine super Reitbeteiligung habe, alles genau so machen kann wie mit einem eigenen ohne die finanziellen, zeitlichen, organisatorischen, gesundheitlichen Verpflichtungen. Irgendwann gibt es sicher wieder ein eigenes, aber dann muss es finanziell und zeitlich passen, momentan fliessen diese beiden Punkte in meine nebenberufliche Ausbildung.

Zu den Stallkosten kommen regelmässig hinzu:
Reitstunden/Kurse/Weiterbildung
Material fürs Pferd (Halfter, Stricke, Schabracken, Planen, Antischreckzeug, Reflexzeug etc.)
Material für den Stall (Heunetz, Eimer etc.)
Material für mich (Reithosen etc.)
Tierarzt
Impfungen
Entwurmungen
Spezialfutter (Leinöl, Kräuter etc.)
Hufschmied
Leckerli
Osteopath/Chiropraktiker

Evt. sogar noch
Auto/Zugfahrzeug
Anhänger

Schon alleine bei der Aufzählung sieht man, dass da jeden Monat mindestens etwas dazu kommt. Ich war im Schnitt bei mindestens 1000Fr. monatlich, davon 750 für den Stall inkl. Heu und Kraftfutter.

Jetzt für die RB bezahle ich 200Fr. plus 4×70=280 für Reitstunden. Ist also nur die Hälfte.

Zum finanziellen kommt aber noch der ganze Rest vom Organisieren. RBs müssen gesucht, eingeführt, betreut, organisiert werden (welche Tage, was soll wie gemacht werden, wie läuft das Bezahlen), Organisation der Reitstunden, evt. auch für die RB, Organisation des Materials, Futters und Leckerli, Organisation des Tierarztes…

Ich hatte sicher täglich irgendwas zu organisieren und einmal pro Woche musste ich irgendwo hin, um etwas zu kaufen.

Dazu die ganzen Entscheidungen: passt die RB, was darf mit dem Pferd gemacht werden und was nicht, braucht es den Tierarzt, welchen Stall, welches Futter, welche Farbe steht meinem Pferd?! 😀 Gewisse Entscheidungen sind sicher nicht so wichtig (Schabrackenfarbe), andere jedoch schon, wenn es um die Gesundheit geht (Tierarzt ja oder nein?). Dann kommt dazu, dass man recherchieren muss, welches Futter passt am besten – ausprobieren ob das klappt, beobachten, evt. Entscheidung überdenken, neu probieren, wieder beobachten und das in allen möglichen Bereichen (Haltung, Futter, Bodenarbeit, Reiten, Ausreiten…).

Es ist einfach so viel Verantwortung und gerade am Anfang mit wenig Erfahrung schwierig und zeitraubend, weil man sich erst entsprechend einlesen muss.

  • Gute Voraussetzungen für ein Pferd habe ich jetzt jedoch:
    4 Jahre 900Fr. monatlich für die Schule bezahlt
  • 4 Jahre sehr viel Zeit investiert in die Schule, organisatorisch, Unterricht, Selbststudium, Arbeiten
  • Sehr viel gelernt durch RBs und Reitstunden
  • Viel mehr Wissen und Erfahrung was Reitlehrer, Ausbildung, Ausrüstung, Futter, Haltung etc. angeht – ich würde wahrscheinlich fast alles anders machen, schon bei der Auswahl des Pferdes fängt das an 😀

Nächstes Jahr im Herbst ist die Ausbildung abgeschlossen und dann habe ich für mich eigentlich bewiesen, dass ich neben einem 100% Job finanziell und zeitlich ein Pferd stemmen könnte, die Ausbildung hatte da nämlich ähnliche Anforderungen 😀

Ob ich dann gleich ein eigenes Pferd will, steht aber in den Sternen. Vielleicht ist dann auch erst Kinder und Familie ein Thema. Und der Druck ist ja nicht so gross mit der tollen RB, die ich momentan habe. Vielleicht wird es ja auch ein Fohlen, dann könnte ich nebenbei die RB noch länger mitmachen.

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