Shaida

Und wieder gibt es grosse Neuigkeiten in meinem Pferdeuniversum. Zum zweiten Mal im Leben habe ich mir meinen Traum vom eigenen Pferd erfüllt. Nicht ganz geplant, aber trotzdem besser vorbereitet als letztes Mal.

Shaida ist in mein Leben eingezogen. Eine Araber-Pony Stute, äusserlich eine Mini-Version von Bailyn, vom Charakter her ebenfalls sehr ähnlich. Ich bin über sie gestolpert in einem Inserat und wusste einfach, dieses Pony muss ich mir ansehen. Ich muss es ja nicht kaufen (haha 😄). Nach zwei Proberitten habe ich sie gekauft und bisher noch keinen Moment bereut. Ok, den ersten Ausritt hatte ich zu früh gewagt, da wurde ich etwas enttäuscht. Aber rückblickend war sie auch da den Umständen entsprechend echt brav, nur zwei drei Mal erschrocken und deswegen ein paar Hüpfer genommen. Aber sie war ja auch alleine in einer neuen Umgebung.

Auf dem Platz hingegen ist sie ein Traum, egal ob am Boden oder vom Sattel aus. Ich kann sie bereits richtig schön an die Hand reiten. Bisher jedoch nur ein wenig im Kreis, da der Platz aufgrund der Kälte nicht ganz bereitbar war. Galopp habe ich deswegen auch noch nicht ausprobiert. In der Nähe gibt es anscheinend eine Halle, die nächsten Tage werde ich mich mal schlau machen, denn ein etwas grösserer Platz und guter Boden wäre hilfreich. Ich würde sehr gerne mehr mit ihr machen, ein paar Bahnfiguren, alle drei Gangarten, Tempiwechsel.

Und weil sowieso alle danach schreien werden 😄 hier ein paar Bilder:

Ihr zukünftiger Gruppenstall:img_0177

Am Tag ihrer Ankunft, vorläufig noch in der Box:img_0186

Ihre Boxennachbarin:

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Ihr Kappzaum, noch vorläufigimg_0244

Warum ich kein eigenes Pferd habe (im Moment)

Ich hatte bereits ein eigenes Pferd und musste feststellen, es kostet viel mehr Zeit und Geld als man denkt. Diese Verantwortung und Verpflichtung möchte ich momentan noch nicht tragen.

Dazu kommt, dass ich jetzt eine super Reitbeteiligung habe, alles genau so machen kann wie mit einem eigenen ohne die finanziellen, zeitlichen, organisatorischen, gesundheitlichen Verpflichtungen. Irgendwann gibt es sicher wieder ein eigenes, aber dann muss es finanziell und zeitlich passen, momentan fliessen diese beiden Punkte in meine nebenberufliche Ausbildung.

Zu den Stallkosten kommen regelmässig hinzu:
Reitstunden/Kurse/Weiterbildung
Material fürs Pferd (Halfter, Stricke, Schabracken, Planen, Antischreckzeug, Reflexzeug etc.)
Material für den Stall (Heunetz, Eimer etc.)
Material für mich (Reithosen etc.)
Tierarzt
Impfungen
Entwurmungen
Spezialfutter (Leinöl, Kräuter etc.)
Hufschmied
Leckerli
Osteopath/Chiropraktiker

Evt. sogar noch
Auto/Zugfahrzeug
Anhänger

Schon alleine bei der Aufzählung sieht man, dass da jeden Monat mindestens etwas dazu kommt. Ich war im Schnitt bei mindestens 1000Fr. monatlich, davon 750 für den Stall inkl. Heu und Kraftfutter.

Jetzt für die RB bezahle ich 200Fr. plus 4×70=280 für Reitstunden. Ist also nur die Hälfte.

Zum finanziellen kommt aber noch der ganze Rest vom Organisieren. RBs müssen gesucht, eingeführt, betreut, organisiert werden (welche Tage, was soll wie gemacht werden, wie läuft das Bezahlen), Organisation der Reitstunden, evt. auch für die RB, Organisation des Materials, Futters und Leckerli, Organisation des Tierarztes…

Ich hatte sicher täglich irgendwas zu organisieren und einmal pro Woche musste ich irgendwo hin, um etwas zu kaufen.

Dazu die ganzen Entscheidungen: passt die RB, was darf mit dem Pferd gemacht werden und was nicht, braucht es den Tierarzt, welchen Stall, welches Futter, welche Farbe steht meinem Pferd?! 😀 Gewisse Entscheidungen sind sicher nicht so wichtig (Schabrackenfarbe), andere jedoch schon, wenn es um die Gesundheit geht (Tierarzt ja oder nein?). Dann kommt dazu, dass man recherchieren muss, welches Futter passt am besten – ausprobieren ob das klappt, beobachten, evt. Entscheidung überdenken, neu probieren, wieder beobachten und das in allen möglichen Bereichen (Haltung, Futter, Bodenarbeit, Reiten, Ausreiten…).

Es ist einfach so viel Verantwortung und gerade am Anfang mit wenig Erfahrung schwierig und zeitraubend, weil man sich erst entsprechend einlesen muss.

  • Gute Voraussetzungen für ein Pferd habe ich jetzt jedoch:
    4 Jahre 900Fr. monatlich für die Schule bezahlt
  • 4 Jahre sehr viel Zeit investiert in die Schule, organisatorisch, Unterricht, Selbststudium, Arbeiten
  • Sehr viel gelernt durch RBs und Reitstunden
  • Viel mehr Wissen und Erfahrung was Reitlehrer, Ausbildung, Ausrüstung, Futter, Haltung etc. angeht – ich würde wahrscheinlich fast alles anders machen, schon bei der Auswahl des Pferdes fängt das an 😀

Nächstes Jahr im Herbst ist die Ausbildung abgeschlossen und dann habe ich für mich eigentlich bewiesen, dass ich neben einem 100% Job finanziell und zeitlich ein Pferd stemmen könnte, die Ausbildung hatte da nämlich ähnliche Anforderungen 😀

Ob ich dann gleich ein eigenes Pferd will, steht aber in den Sternen. Vielleicht ist dann auch erst Kinder und Familie ein Thema. Und der Druck ist ja nicht so gross mit der tollen RB, die ich momentan habe. Vielleicht wird es ja auch ein Fohlen, dann könnte ich nebenbei die RB noch länger mitmachen.

Der Ara-Bär

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Ich darf ja mit meiner RB alle zwei Wochen in die Reitstunde, die jeweils andere Woche geht die Besitzerin, da die Reitlehrerin nur einmal pro Woche kommen kann. Ich merkte, dass mir das zuwenig ist und ich gerne für mich selbst mehr Fortschritte machen würde. Dazu fehlte mir jedoch ein Pferd.

Zwei der drei Pferde aus dem Stall gehen jede Woche in die Reitstunde. Also fragte ich die Besitzerin des dritten Pferdes, ob ich ihren Araber alle zwei Wochen für eine Reitstunde ausleihen dürfte, jedoch nur für Bodenarbeit. Sie fand die Idee toll, denn sie arbeitet nicht so gerne in der Halle und geht lieber ausreiten, findet aber, dass ihm das sicher gut tun würde. Win-Win Situation also 🙂

Gestern war dann die erste Reitstunde ohne Reiten mit dem Araber. Oder auch Ara-Bär, denn aus seinen Haaren hätte ich mir locker nochmals ein Pferdchen basteln können 😀Arabär

Wir fingen also bei den Basics an, weil er noch fast nichts kannte. Basics waren erstmal:

  • Kopf senken im Stehen
  • Vorderhand nach links und nach rechts verschieben (1 Schritt) im Stehen
  • Hinterhand verschieben im Stehen

Dann übten wir das Ganze noch im Schritt. Das machte er richtig gut, auch wenn nicht alles auf Anhieb klappte und unser Kreis manchmal eher ein Ei war, oder Schlangenlinien im Kreis 😀

Aber er gab sich Mühe, war nicht hibbelig oder so, einfach schnell abgelenkt. Schliesslich war da noch ein anderes Pferd in der Halle, das irgendwann sogar trabte! Das geht doch nicht, da muss man gucken! 😀 Aber er liess sich auch wieder schnell zu mir holen. Ich hatte das Gefühl, dass er gerne arbeitet, aber nonstop beschäftigt sein muss, ansonsten sucht er sich eine Beschäftigung oder Ablenkung.

Leider passt sein Kappzaum nicht wirklich, aber zum Glück konnten wir den Kappzaum einer Kollegin so weit anpassen, dass er auch auf das feine Araber-Köpfchen passte.

Ein Traum wäre ja der Equizaum. Die Besitzerin meiner RB will so einen kaufen, kann sich aber nicht für eine Farbe entscheiden 😀
Die Besitzerin des Arabers hat auch schon angetönt, sich evt. so einen zuzulegen, falls das mit ihm und mir gut klappt. Und ich überlege mir ebenfalls, so einen zu kaufen, weil der ist so toll! Aber andererseits kaufe ich nicht gerne solch teuren Sachen für ein fremdes Pferd, und dann müsste ich mich auch noch für die Grösse entscheiden, denn er passt sicher nicht auf den Araber und die RB.

Die Reitlehrerin empfahl mir, 3mal pro Woche zu üben, allerdings reichen schon ein paar Minuten mal ein bisschen Vorder- und Hinterhand verschieben im Stall. Das lässt sich sicher gut einrichten, wenn ich eh wegen meiner RB da bin und ich denke mal, die Besitzerin hat nichts dagegen.

Immer noch im RB Himmel

Meiner neuen RB bin ich immer noch treu und immer noch mehr als happy! 🙂

Ich nehme mittlerweile regelmässig Reitstunden und finde langsam, gaaaaanz langsam wieder zu meiner alten Form zurück. Sehr geholfen hat auch der Renate Elberich Kurs letztes Weekend, eine Sitzschulung nach Eckard Meyners. Wir mussten uns kleine Bälle zwischen uns und den Sattel klemmen, an wechselnden Positionen. Am Anfang fiel ich damit im Trab wirklich fast runter, ich war so instabil. Aber am Ende ohne Bälle fühlte es sich unglaublich an, ich konnte zum ersten Mal richtig reiten und Einfluss aufs Pferd nehmen, ohne mich ständig im Sitz irgendwie korrigieren zu müssen.

Zwischen Reitstunden und Kursen gehe ich viel ausreiten, weil er einfach so ein tolles gechilltes Pferd ist. Manchmal spazieren wir auch nur ein wenig, an anderen Tagen geht es dafür auch 3h in den Wald. Richtig viel Abwechslung!

Ein hübscher Kerl, wie ihr hier sehen könnt:

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So sieht es von oben aus, Gebisslos nur mit Knoti und ohne Sattel 🙂

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Meine neue RB: ein wilder schwarzer Hengst

Nachdem ich einige Wochen krank war – erst Magendarm, dann kurz darauf Grippe – war ich am Sonntag zum zweiten Mal bei meiner neuen RB. Ich hatte bei mir irgendwie gar nicht abgespeichert, dass er ein Hengst ist, weil das für mich keine Rolle spielt. Er wird sehr artgerecht mit zwei Wallachen in einem tollen Offenstall gehalten und macht einen ausgeglichenen Eindruck. Trotzdem lustig, dass ich jetzt einen „wilden schwarzen Hengst“ reite 🙂 Wobei, wild ist er ja eben nicht. Und richtig schwarz auch nicht, eher dunkelbraun. Gut für mich, denn ich brauche keinen wilden Hengst, ich habe lieber ein ausgeglichenes, braves Pony mit Charakter. Und genau das habe ich jetzt.

Wir waren zu zweit über zwei Stunden ausreiten, was gestern und heute in den Beinen gespürt hatte. Der Fellsattel ist halt super, denn man muss darin richtig sitzen, damit er bequem ist und man schön mitschwingen kann. Und wenn man richtig mitschwingt, hinterlässt das halt Spuren, zumindest wenn man sich das nicht mehr gewöhnt ist.

Der Hengst kam dann bei einer Pferdeweide zum Vorschein, da wollte er stehenbleiben und sich ein wenig aufplustern. Er liess sich dann aber problemlos zum weiter Laufen bitten, auch wenn ich schon sehr direkt werden musste. Danach war er entsprechend aufgedreht und der Trab klappte gar nicht. Ich hatte ständig das Gefühl, er galoppiert nächstens an und ausserdem machte er den Rücken völlig dicht, so dass ich nicht sitzen konnte. Steigbügel hatte ich ja nicht und so einen harten, schnellen Trab kann ich höchstens im leichten Sitz „aussitzen“. Später nach einer langen Galoppstrecke klappte auch das Traben wieder. Ich war froh, liess sich die Besitzerin auf mich ein und meinte, wir gehen lieber Schritt, wenn er mich nicht sitzen lässt. Ich denke, ich habe mich ganz gut geschlagen, reite grundsätzlich fein, kann mir aber auch durchsetzen falls nötig. Beim Rückweg diskutierte er dann nicht einmal mehr mit mir, sondern lief ganz normal weiter bei der Pferdeweide.

Mit der Besitzerin verstehe ich mich sowieso sehr gut, wir hatten tolle Gespräche und waren wirklich auf einer Wellenlänge. Sie ist auch jemand, der gerne redet (so wie ich) und ich mag das. Bei anderen führe ich manchmal nur Monologe oder das Frage-Antwort-Spiel, was ich beides sehr anstrengend finde.

Morgen gehen wir zusammen in die Halle, aber wohl nur für Bodenarbeit. Ist für mich völlig ok, ich mag Bodenarbeit, ich lerne gerne dazu und ich finde, es bringt das Pferd auch weiter, weil man vom Boden aus viel gezielter einwirken kann und das ganze Pferd im Blick hat. Grundsätzlich reite ich zwar lieber, aber ich sehe absolut den Sinn in der Bodenarbeit. Wenn das Pferd dadurch gut gymnastiziert wird, macht danach das Reiten auch viel mehr Spass.

Nach dem Reiten wird Heu geliefert, da helfe ich natürlich, zumal zwei Personen körperlich momentan angeschlagen sind. Normale Stallarbeit muss ich nicht machen, ich zahle dafür auch eine eher hohe Kostenbeteiligung. Das ist für mich ok, denn ich mache nicht gerne Stallarbeit und zahle auch lieber etwas mehr. In der Gruppe macht mir aber eine solche Aktion Spass, solange es nicht ständig ist. Und ich finde, das gehört dazu, unabhängig von der Stallarbeit.

Ich freue mich, eine so tolle Reitbeteiligung gefunden zu haben 🙂 Fotos folgen natürlich auch irgendwann 🙂

Warme Füsse im Winter

Ich reite nun ja schon seit einigen Jahren hauptsächlich im Gelände. Am Anfang war Ausreiten im Winter eine Tortur, die Finger froren fast am Zügel fest und die Füsse konnte ich nicht mehr spüren. Vor allem die Füsse waren schlimm!

Über die Jahre habe ich mich aber entsprechend ausgerüstet, so dass ich jetzt bei keinem Wetter mehr frieren muss. Dabei habe ich gerne über den Horizont der Reiterwelt geschaut. Denn ehrlich gesagt bieten Reit-Utensilien nicht sehr viel sinnvolles. Skifahrer und Motorradfahrer sind da viel weiter. Deswegen folgen nun meine Empfehlungen:

Skihosen (und -Jacken) anstatt Reithosen
Skihose sind extrem wetterfest und darauf ausgelegt, dass man darin nicht friert. Natürlich muss man darauf achten, dass sie keine Reissverschlüsse an den Beininnenseiten haben, ansonsten ist man völlig frei. Zudem ist die Auswahl riesig. Bei richtig kaltem Wetter macht sich auch eine Thermo-Unterziehose gut, zB von Odlo. Die Skihose lässt sich dann natürlich auch zum Skifahren benutzen.
Dasselbe gilt natürlich auch für Skijacken.

Skischuh-Heizung
Vor einigen Jahren schenkte mit meine Mutter eine Skischuh-Heizung von Therm-ic. Dabei handelt es sich um eine Sohle, die sich in jeden Schuh einlegen lässt. Hinten ist ein flaches Kabel dran, am Ende des Kabels ein Akku. Der Akku lässt sich mit einem Drahtbügel am Schuh befestigen. Ich benutze selbst im Winter ganz normale Reitschuhe. Wer Stiefel hat, kann das Kabel bis zum oberen Schaft-Ende ziehen und den Akku dort befestigen. Der Akku hält bis acht Stunden auf kleinster Stufe, wenn es richtig kalt ist, habe ich meistens permanent die zweite Stufe drin. Das reicht immer noch für einen langen Ausritt. Die dritte Stufe ist eher zum Aufwärmen, wenn die Füsse kalt sind, ist aber für Dauergebrauch zu heiss. Die Sohlen geben also richtig warm.
Dies ist für mich viel besser als die beste Isolierung, denn auch mit guter Isolierung friere ich irgendwann an den Füssen und brauche aktive Wärme.
Es gibt übrigens auch beheizbare Socken, Handschuhe, Hosen, Jacken etc. Einfach mal im Internet nach Heizkleidung suchen. Für Schweizer gibt es diesen Shop: heizkleidung.ch

Leder-Handschuhe
Handschuhe aus Leder haben mehrere Vorteile. Erstens sind sie relativ wasser- und winddicht, gleichzeitig aber auch atmungsaktiv. Zweitens passt sich Leder mit der Zeit der Form der Hände an und ist zudem sehr weich und flexibel. Drittens kann man mit Lederhandschuhen auch Smartphones bedienen. Im Winter möchte ich nämlich nicht meine Handschuhe ausziehen, um das Handy zu bedienen. Das kommt relativ oft vor, da mein Orientierungssinn nicht sehr gut ist und ich irgendwann auch wieder nach Hause finden will. Oder einfach nur ein Foto machen.

Sportkleidung
Auch bei den Kleidern unter der Jacke greife ich nicht auf Reitkleidung zurück. Lieber habe ich dort Sportkleidung zB von Mammut. Es gibt dabei auch die Regel, dass man nicht mehr als 3 Schichten übereinander anziehen soll. Das funktioniert recht gut. Im kältesten Fall ist das ein langärmliges und wärmendes Shirt, eine Daunenweste und darüber eine warme Winterjacke. Damit ist gewährleistet, dass man auch nach einem langen Galopp nicht verschwitzt bleibt, denn dann friert man erst recht. Sportkleidung leiten die Feuchtigkeit vom Körper weg, somit bleibt man warm und trocken. Das ist übrigens auch im Sommer angenehmer. Sogar meine Unterhosen sind von Mammut 🙂 Und dieselbe Kleidung kann ich auch für alle anderen Sportarten wie Joggen, Skifahren oder Yoga brauchen.

Leuchtartikel
Im Winter ist es abends immer dunkel und man braucht eine gute Beleuchtung. Hier gibt es tatsächlich ein paar Artikel, welche ich wirklich vom Pferdesport-Geschäft habe. Dabei sind es jedoch hauptsächlich Artikel fürs Pferd, wie Leuchtgamaschen. Wenn es um mich geht, greife ich wieder auf andere Hersteller zurück. Meine Stirnlampe ist eine Profi-Lampe von Petzl, welche wasserdicht und stossfest ist. Regen oder mal ein Sturz vom Pferd macht ihr also nichts. Zudem sind diese Lampen für die Verwendung mit Helmen ausgelegt. Die meisten Pferde gewöhnen sich sehr schnell an die Stirnlampe, auch wenn sie es im ersten Moment oft ein wenig unheimlich finden. Ich nutze sie jedoch sowieso nur, wenn es wirklich dunkel ist, damit ich die Äste auf Kopfhöhe auch im Trab und Galopp rechtzeitig sehe 😀
Am liebsten sind mir jedoch Leuchtdioden, welche es gerade für Jogger endlos viele gibt. Diese lassen sich überall gut anklicken, auch am Sattel oder Zaumzeug. Denn gerade im Wald nützen reflektierende Flächen nicht sehr viel, wenn andere Reiter oder Fussgänger selbst keine Lichtquelle tragen. Deswegen leuchte ich lieber selbst, dann werde ich auch gesehen.

Helm
Natürlich ist auch mein Helm kein Reithelm, wäre ja unpassend. Auch hier nutze ich meinen Skihelm. Dieser hat abnehmbare Ohrschützer und ist durch die Lüftungsschlitze auch im Sommer brauchbar. Im Winter gibt er schön warm. Ausserdem hat er eine Halterung hinten für die Stirnlampe – eigentlich für die Ski-Brille gedacht.
Apropos Ski-Brille: auch diese habe ich gelegentlich am Helm, ultrapraktisch bei Regen oder Schneefall. Damit kann ich die Augen offen halten, weil mir keine Regentropfen in die Augen fallen – und auch kein Dreck vom galoppierenden Pferd vor mir 😉

Und so sieht das dann aus, mit Ski-Ausrüstung auf dem Pferd (Stirnlampe fehlt natürlich weil es hell war)

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RB Wechsel

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Ich hatte die letzten Wochen ja wie beschrieben „nur“ noch den Oldie zum Ausreiten. Auf dem Platz war es nicht so harmonisch zwischen uns. Liegt vielleicht an mir, aber bei anderen Pferden hatte ich weniger Mühe, mich darauf einzustellen.

Zwischenzeitlich sind einige Details dazugekommen, mit denen ich nicht mehr so ganz zufrieden bin. Das sind einerseits die Haltung – sie kommen nicht wirklich viel raus (weiss ich zwar nicht genau, aber ist mein Bauchgefühl aufgrund diverser Hinweise) und mir ist das Ganze zu kompliziert, weil ich die Hälfte der Zeit im Stall mit Eindecken, Hufschuhen, Beinschoner, etc. beschäftigt bin. Erstens bin ich da puristischer und finde das je nachdem unnötig bis schädlich und zweitens bin ich pragmatisch und sehe das als Zeit, welche mir abgeht von meiner Zeit mit dem Pferd oder sonstiger Freizeit. Deswegen habe ich dort jetzt gekündigt und mich auf die Suche nach einer neuen RB gemacht. Dieses Mal wollte ich nicht schon wieder beim ersten Probereiten zusagen, das einigermassen passt. Ich war sogar soweit, lieber keine RB anzunehmen, als eine, die nicht 100% passt.

Jedes Probereiten war positiv, ich hätte überall gleich sofort angefangen. Aber bei den ersten paar passte es auch wieder nur annähernd, aber nirgends perfekt.

Bis ich letzten Samstag ein Pony reiten durfte. Die Besitzerin zeigte mir ihre Arbeitsweise und ich war schon schwer beeindruckt. Endlich wieder mal ein Pferd, das richtig über den Rücken läuft! Im „Sattel“ spürte man das auch. Da war Schwung vorhanden, aber nicht dieser Schwung, der einem nach oben spicken lässt, sondern kraftvoller Schwung, der dich mitnimmt. Man merkte dem Pferd auch an, dass so laufen anstrengend ist und Kraft braucht.

Sattel schrieb ich in Anführungszeichen, weil es „nur“ ein Fellsattel war, also ohne Steigbügel. Dank Najem, mit dem ich am Ende nur noch mit Pad und ohne Sattel ausreiten konnte, machte mir das nicht viel aus und so galoppierten wir am Ende auch noch im Gelände, nach dem Reiten in der Halle.

Dort passte also alles: Ausbildung des Pferdes, nette Besitzerin, Möglichkeit zur Reitstunde in der nahe gelegenen Reithalle, tolles Ausreitgelände, gute Haltung im Offenstall und das Ganze auch noch sehr unkompliziert – meistens keine Hufschuhe, keine Decke und irgendwelche Beinschoner etc. Einfach Pferd und Reiten 🙂

Es gab auch noch ein anderes Probereiten, welches mich ebenfalls sehr überzeugt hatte. Dort war es wirklich ein Detail, was mich nicht überzeugte. Die Besitzerin war zwar nett, aber ich hatte das Gefühl, dass sie ein wenig ein Kontrollfreak oder Ordnungsfreak ist. Also nicht völlig übertrieben, aber wahrscheinlich mehr als mir zusagt. Meine Freiheiten müsste ich mir wohl „erkämpfen“, wobei ich sie beim Pony am anderen Ort bereits von Anfang an hätte. Ich mag es halt, erst mal einen Vertrauensvorschuss zu bekommen, anstatt zuerst kritisch beäugt zu werden und sich das Vertrauen verdienen zu müssen. Sowas finde ich anstrengend, zumal ich ja auch das Vertrauen nicht enttäusche.

Enttäuschte Hoffnungen

Die letzten Wochen habe ich mich damit eingerichtet, zwei Pferde zu betreuen. Das klappte auch recht gut, ich war jeweils mindestens einmal pro Woche bei jedem. Ich streune mit dem Oldie durchs Gelände und war mit dem Dressurpony in der Halle in der Reitstunde. Ich konnte endlich wieder mal mein Auto als Zugfahrzeug für zwei Pferde brauchen. Beim Reitverein der Halle bin ich auch bereits Mitglied.

Tja und dann kam heute eine lange SMS Nachricht. Das Dressurpony hat eine Krankheit/Verletzung, die es nur noch bedingt reitbar machen. Also nur noch 2-3 Mal pro Woche und maximal zehn Kilo weniger als ich wiege. Dies ist durch die Tochter der Familie natürlich schon abgedeckt. Meine Dressur-RB ist somit Geschichte.

Ich bin echt traurig darüber, denn ich hatte mir schon vorgestellt, was alles wieder möglich sein könnte: Reitstunden, Springen, Dressur, Kurse, Prüfungen usw. All das, was ich mir schon damals mit Bailyn gewünscht hätte, was aber hauptsächlich finanziell nicht möglich war.

Am liebsten hätte ich ja wieder ein eigenes Pferd. Wobei, am allerliebsten hätte ich immer noch gerne Bailyn zurück. Ich vermisse sie immer noch. Auch wenn ich weiss, dass es ihr gut geht, sie fehlt mir. Wir hatten einfach eine besondere Verbindung und kein Pferd lässt sich auf diese Weise reiten. Die meisten Pferde reagieren nicht einmal auf meinen Sitz. Bailyn konnte ich antraben aus dem Bauch heraus, ich konnte ihren Bauch richtig „hinaufziehen“ und so einen starken Trab und gehobenen Rücken herausreiten. Auch wenn wir am Ende Probleme mit dem Galopp hatten, waren das meine Probleme. Sie galoppierte mit anderen problemlos.

Bis es finanziell und zeitlich wieder zum eigenen Pferd reicht, geht es noch ein paar Jahre. Wenn mein Studiumsdarlehen, mein Auto und meine Schule bezahlt sind, habe ich wieder sehr viel mehr Luft. Aber bis dahin ist es unrealistisch. Und ich will nicht wieder in der gleichen Situation landen wie mit Bailyn. Nächstes Mal will ich so um die 1000 bis 1500Fr. pro Monat fürs Pferd zur Verfügung haben. Der Test dafür ist der Kaufpreis, wenn ich den in einem Jahr so zusammensparen kann, darf ich mir auch wieder ein Pferd aussuchen.

Im Moment bin ich aber einfach traurig und enttäuscht, trotz Verständnis.

Es kam wie es kommen musste

Der schlimmste Fall ist eingetreten.

So wie es aussieht, habe ich jetzt wohl zwei Reitbeteiligungen.

Aber von vorne. Gestern packte ich bereits am Morgen meine sieben Sachen zum Reiten und fuhr mit dem Auto zur Arbeit, damit ich abends auch rechtzeitig da sein konnte. Trotz chaotischem Verkehr, wie immer abends in Zürich, war ich relativ pünktlich. Die paar Minuten Verspätung kamen dadurch zustande, dass mich mein Navi mitten in ein Wohnquartier führte und es war weit und breit kein Pferd zu sehen. Allerdings hatte es weiter hinten einen Hof. Der war aber viel zu weit von der angegebenen Adresse entfernt. Also wieder zurück und dort kamen mir aus einem Haus auch schon eine Frau mit ihrer elfjährigen Tochter entgegen.

Die Pferde halten sie direkt am Hof, das sah man von der Strasse aus gar nicht. Die zwei braunen Pferde machten einen sympatischen Eindruck, genau wie Mutter und Tochter. Beide haben grosse Auslaufboxen. Wobei das eine Pferd mit 1.65m Stockmass nicht gerade meine Grösse hat. Macht aber nichts, denn die Anzeige handelte sowieso vom Pony der Tochter. Ein deutsches Reitpony, 1.45m – also genau richtig für mich Zwerg 😀

Wir gingen zusammen ausreiten, ich mit Pony, sie zwei mit Drahteseln. Die Gänge sind ein Traum! Voll bequem, aber trotzdem mit genug Schwung. Einfach angenehme Bewegungen. Ich fühlte mich sofort wohl mit ihm, sowohl im Umgang als auch im Sattel.

Und die Möglichkeiten erst! Sie haben einen kleinen Platz für Bodenarbeit (nach Parelli, juhuu!), eine Reithalle in der Nähe und einen Anhängern, den sie immer benutzen können. Ich darf mit ihm alles machen, Reitstunden, Springstunden, kleine Turniere, Kurse, Bodenarbeit, Ausreiten. Das einzige Manko: ich darf nur anständig galoppieren. Macht aber gar nichts, denn mit meiner anderen RB darf ich auch auf hartem Boden galoppieren und auch mal fetzen lassen.

Witzig war, dass die Mutter meinte, sie könne leider mit ihrem Auto nicht zwei Pferde in die Halle mitnehmen. Daraufhin erzählte ich, dass mein Auto das locker kann, endlich sind die zwei Tonnen Zugkraft bei meinem SUV wieder mal brauchbar!

Somit könnte ich mit der RB der grossen Stute einmal pro Woche zusammen in die Halle. Ich muss nur Mitglied vom Reitverein dieser Halle werden. Dann hätte ich endlich wieder ein soziales Pferdeumfeld! Das wäre echt cool.

Mit den zwei Reitbeteiligungen hätte ich also alles abgedeckt, was ich gerne mache. Zeitlich bekomme ich das sicher hin, nur finanziell muss ich dadurch den Gürtel etwas enger schnallen. Sind immerhin dreihundert Franken monatlich für beide RBs zusammen plus Reitstunden. Aber dafür spare ich mir lieber das Fitness Abo, dafür habe ich dann schliesslich sowieso keine Zeit mehr 😀

Auf ein neues

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Nachdem ich dieses Jahr nicht besonders gut gestartet bin und mich von Najem verabschieden musste,  hatte ich nach meinen Ferien endlich wieder Energie für einen Neuanfang und habe diverse Probereiten für eine Reitbeteiligung vereinbart. Das eine Pony hat es mir besonders angetan und da die Besitzerin notfallmässig ins Spital musste, bin ich natürlich gerne vorübergehend eingesprungen. Die zweite Reitbeteiligung geht nur ein bis zwei Mal pro Woche und nur am Wochenende, deswegen komme ich wohl viel aufs Pferd in nächster Zeit.

Ein anderes Probereiten von heute Abend habe ich abgesagt. Da war ich schon im Stall, nur gucken – was für eine Zeitverschwendung! Also nicht wegen der Besitzerin oder den Pferden, die waren eigentlich ganz ok. Aber das Bauchgefühl sagte mir da schon, dass es mir beim Pony besser gefällt. Und nur um den Stall und die Pferde angucken über eine Stunde in der Gegen rumgurken finde ich halt blöde.

Allerdings gehe ich noch ein weiteres Pony angucken diese Woche. Also nicht nur angucken, sondern natürlich auch draufsitzen. Die Besitzerin und das Pony sind mir sehr sympathisch und es wäre halt viel näher. Und günstiger. Im „schlimmsten Fall“ wird es wohl auf zwei Ponys herauslaufen, weil das andere Pony einfach so gut passt. Andererseits habe ich gar nicht so viel Zeit, nicht dauerhaft. Mal einen Monat fast täglich reiten gehen ist kein Problem, aber mit zwei Ponys wäre das dann ja immer so, wenn ich bei jedem 2-3mal pro Woche sein will. Naja, vielleicht ist das andere Pony ja auch gar nichts für mich. Wir werden sehen 🙂

Besagtes Pony beim Ausreiten gestern. Leider unscharf, da mit Blitz. Es war bereits dunkel ^^

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Baldiger Abschied

Gestern war ich wie immer mit Najem ausreiten. Allerdings rückt der Abschied langsam in greifbare Nähe und deswegen schwankte ich gestern zwischen Freude und Traurigkeit. Freude über all das, was wir wieder einmal erleben konnten und Traurigkeit, weil das bald vorbei sein soll. Ende Mai zügelt er nämlich mit seiner Besitzerin so weit weg, dass eine Reitbeteiligung nicht mehr möglich sein wird 😦

Nach Bailyn also wieder ein Abschied von einem wundervollen Pferd. Obwohl ich bereits eine neue Reitbeteiligung in Aussicht habe, bin ich mir gerade nicht sicher, ob ich mich gleich wieder auf etwas einlassen soll.

Umso mehr möchte ich die bisherigen Erlebnisse festhalten!

Gestern war nämlich wieder sehr viel los unterwegs. Das Wetter war traumhaft, 20 Grad und Sonnenschein. Wie so oft sass ich bereits im Offenstall auf Najem und ritt mit ihm zum Ausgang. Eigentlich macht das nicht viel Sinn, denn das Platzieren an einer Aufstiegshilfe plus Aufsteigen dauert länger, als wenn ich ihn die paar Meter führen würde. Doch seit ich als Kind gesehen habe, wie jemand sein Pferd so von der Koppel holt, finde ich das wunderbar und mache es einfach gerne. Manchmal baue ich dann noch eine Gymkhana Übung ein und öffne das Tor vom Pferderücken aus.

Weil ich mich auf seinem Rücken so wohl fühlte, nahm ich nur das Pad und nicht den Sattel, wie die letzten paar Mal. Dank seiner anderen Reitbeteiligung, die immer sehr gründlich putzt, war Najem bereits fast sauber und wir konnten nach wenigen Minuten los stiefeln.

Am Anfang wirkte er noch sehr träge, das änderte sich jedoch, als Kühe unseren Weg kreuzten. Kühe sind ja spannend, witzigerweise waren sie genauso neugierig und gleichzeitig ängstlich wie Najem.

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Wie man sieht, ist das Gras einfach zu verlockend, doch seine Haltung zeigt, dass ihm die Kühe nicht ganz geheuer sind.

Einmal berührte ich Najem und er erschrak total, weil er gerade in die andere Richtung geschaut hatte – daraufhin erschraken auch die Kühe vor ihm 😀

Danach ging es gemütlicher weiter, Najem war wie immer im Frühling total im Fresswahn und saugte alles Grüne in seiner Nähe in sich hinein. Ich konnte immerhin darauf bestehen, dass er dabei nicht stehen bleibt.

Weiter ging es ein wenig rassiger, denn bald kam unsere Galoppstrecke, die wir beide immer gerne ausgiebig nutzen. Weil es recht warm war und der Boden teilweise hart, gab es zwei drei Schrittpausen dazwischen.

Als wir dann an unserem Gymkhana Platz ankamen, war dieser bereits besetzt. Sassen da doch zwei Familien und grillierten! Nun ja, wenigstens wurden die Grillstellen dadurch mal genutzt, wir spielen nämlich nur mit dem Baumstumpf, den Treppen und dem Planen-Hindernis.

Die Kinder hatten eine riesige Freude und streichelten Najem vorsichtig. Ein Mädchen um die 8 Jahre durfte dann auch ein paar Meter auf ihm reiten. Sowas kann man mit Najem problemlos machen. Für mich als Kind wäre das nämlich ein riesiges Highlight gewesen und deswegen freue ich mich immer, wenn ich jemand anderem so eine Freude machen kann.

Wir kamen dann trotzdem zu unseren Übungen, sogar mit erhöhter Schwierigkeit wegen dem Feuer. Über das Planen-Hindernis springen wir immer – aus dem Stand, nur gestern das erste Mal ohne Sattel. Ich bin ja sowieso nicht so erfahren im Springen, aber ohne Sattel, das war für mich eine Premiere. Eine von vielen, die ich mit Najem erleben durfte. Auch nach unserer steilen Galoppstrecke bot sich nochmals ein Baumstamm zum Springen an.

Somit hatte ich mit Najem die meisten Premieren erlebt. Ausreiten ohne Sattel, alle Gangarten ohne Sattel, Springen ohne Sattel und das wichtigste: absolutes gegenseitiges Vertrauen! Manchmal muss ich zwar noch absteigen (zB beim Feuer oder den Kühen), aber wenn ich am Boden bin, folgt er mir trotz sichtlichem Respekt.

Das ist etwas, worüber ich mich jedes Mal wieder über alles freue. Und genau deswegen bin ich auch so traurig, dass er weg geht, denn dieses Vertrauen haben wir in den letzten zwei Jahren aufgebaut. Bei einer neuen Reitbeteiligung fange ich diesbezüglich wieder bei null an, was mich ein wenig frustriert.

Nichtsdestotrotz bin ich wahnsinnig dankbar für die Zeit mit Najem!2014-06-01 13.36.02

Najem geschrumpft

Ich wollte ja schon immer ein kleineres Pony, also habe ich Najem einfach geschrumpft:

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Nein, natürlich nicht 😀

Najem hat vor einiger Zeit einen kleinen Freund bekommen und den bin ich letztens ein wenig geritten. Von der Grösse her passt es gerade noch, nur bin ich leider ein bisschen zu schwer für das Pony. Aber ab und zu ein gemütlicher, kurzer Ausritt zusammen mit Najem liegt durchaus noch drin.

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Wundervoller Ausritt

Gestern war ich endlich wieder mal mit Najem ausreiten, das erste Mal seit Wochen. Durch meine Ferien und danach Ostheo-Behandlung von Najem war ich fast einen Monat nicht auf seinem Rücken.

Gestern hatte ich trotz Freitag Abend gute Laune und war entspannt. Die ganze Woche ging es mir schon besser, weniger Stress auf der Arbeit, ich schlief enorm gut – beste Voraussetzungen für einen tollen Ausritt!

Zuerst holte ich Najem von der Weide, wo ich mich bereits auf seinen Rücken schwang. Dazwischen gab es eine Gymkhana Einlage beim Tor, das klappt mittlerweile schon ganz gut 🙂 Nach dem Putzen kam das Pad noch zwischen seinen Hintern und seinen Rücken (hat er abgenommen?) und dann ging es schon los. Da ich Leckerlies dabei hatte, wechselte er ab zwischen betteln und Gras fressen – wurde natürlich beides freundlich bestimmt unterbunden ^^

Bereits nach dem Aufsitzen merkte ich, wie gut und angenehm ich auf seinem Rücken sass. Ich beschloss, heute einen längeren Ausritt zu machen und wir ritten irgendwo durch den Wald. Es gab ein paar Strecken mit einem breiten weichen Streifen neben dem Weg, auf dem es sich wunderbar traben oder galoppieren liess. Najem war ebenso völlig entspannt und lief in jeder Gangart ruhig vor sich hin. Nur einmal erschreckten wir uns beide, als wir neben einem Auto durchritten und dann plötzlich ein Hund bellte. Da zuckten wir beide zusammen.

Ich probierte noch etwas neues aus, und zwar leise Musik zu hören, um meine Stimmung zu beeinflussen. Im Galopp fiel mir manchmal der eine Kopfhörer raus, den wieder reinzufummeln, war eine super Sitzübung und plötzlich sass ich im Galopp, ohne mich provisorisch oder wirklich nötig irgendwo festzuhalten. Das bemerkte ich erst nach ein paar Sekunden 😀 Ein super Gefühl!

Wie immer wenn ich lange nicht geritten bin oder wirklich weich mitschwingen konnte beim Reiten (in diesem Fall trifft beides zu) habe ich am nächsten Tag Muskelkater, vor allem im unteren Rumpfbereich. Endlich wurden diese Muskeln wieder mal gebraucht ^^ Soll noch einer sagen, Reiten sei nicht anstrengend, pfff! Behauptete zumindest ein Arbeitskollege gestern. Ja ja, da sitzt man nur drauf. Auf Skiern steht man ja auch nur, kann ja demnach auch nicht anstrengend sein oder? 😉

Neue Wege beschreiten

Nachdem ich nun monatelang immer die gleiche Runde geritten bin, habe ich gestern ganz spontan einen neuen Weg ausprobiert. Warum es monatelang immer die gleiche Runde war, weiss ich gar nicht. Ich mag wohl Sicherheit und Vertrautes. Das Vertrauen zu Najem musste ich mir erst erarbeiten – also mein Vertrauen zu ihm, nicht seines zu mir. Er ist ja eher der unerschütterliche 😀

Mittlerweile gibt mir sein Vertrauen genug Sicherheit, um auch mal etwas Neues mit ihm zusammen auszuprobieren. Ich sah die letzten Male immer einen Weg, der meinen kreuzte und sehr ansprechend für einen Galopp aussah (steil und ein wenig weicher). Also wollte ich heute diesen Weg finden. Nachdem wir auf die vermutete Strecke abgebogen sind, waren wir erstmal damit abgelenkt, alle Bremsen loszuwerden. Ich hatte ihn mit Essigwasser eingesprüht, weswegen sich die Viecher wohl gern auf meine Beine auf die Reithosen setzten und sich schön erschlagen liessen. Auch Najem prügelte ich ein paar Hundert Meter, aber er hat sehr wohl gecheckt, dass ich nur die Stechviecher erschlage und nicht ihn, er hat nämlich nicht mit der Wimper gezuckt, auch nicht wenn ich mich auf ihm verrenkte, um an die Bremsen bei meinen Schuhen zu kommen.

Dann standen wir plötzlich irgendwo im Wald und ich hatte keine Ahnung wo. Irgendwie ritten wir im Kreis um die Hügelspitze und ich wusste nicht, auf welcher Seite des Hügels wir sind. Meinen kümmerlichen Orientierungssinn hatte ich nämlich schon vor Jahren auf mein iPhone ausgelagert, wo er sich dank GPS bestens machte. Auslagerung hat aber den Nachteil, dass man es nicht immer dabei hat.

Da ich Najems Orientierungssinn mehr vertraute, wollte ich bei der nächsten Kreuzung ihm die Entscheidung überlassen. Bei der nächsten Kreuzung kam ich jedoch genau beim geplanten Weg hoch und war völlig überrascht – den Galopp hatte ich vor lauter Verwirrung ganz vergessen 😀

Unterwegs traffen wir übrigens noch ein gefährliches Monster, einen seltsamen, grossen Plastiksack mitten auf dem Weg! Najem beäugte ihn skeptisch, blieb aber ruhig. Am Ende lief er sogar darüber – wenn auch aus Versehen 😀 Dafür lösten die aufgemalten Pfeile und Sägespän-Linien bei ihm gar nichts aus. Und auch insgesamt war er relativ ruhig für eine unbekannte Strecke.

Es war eine schöne Runde und das nächste Mal werde ich vermutlich wieder diese lange Runde wählen, hat Spass gemacht 🙂 Und wenn ich mich daran gewöhnt habe, erkunde ich wieder neue Wege ^^

Wunderschöner Ausritt und mehr

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Ich habe diesen Blog sträflich vernachlässigt. Dabei gibt es durchaus einiges zu berichten!

Vor ein paar Wochen war ich mit zwei weiteren Reiterinnen auf der Rennbahn bei uns in der Nähe. Es ist jetzt keine richtige Rennbahn mit Tribüne oder so, sondern eine von einem Bauern um ein Feld angelegte Sandbahn, etwa 500 Meter für eine Runde. Das war ein riesiger Spass, endlich mal richtig Vollgas geben zu können! Danach ritten wir noch im Fluss hinauf, um die malträtierten Pferdebeine zu kühlen. Auf dem weiteren Weg machten wir einen kleinen Abstecher zu einem Naturhindernis und sprangen ein paar Mal darüber. Dann ritten wir wieder nach Hause. Das war grossartig! Ich hoffe das lässt sich mal wiederholen, momentan ist es ja eher fast zu heiss dafür.

Letzte Woche kam mein Freund wieder mal mit und wir machten einen kleinen Spazierritt. Ich ritt, er spazierte 😀 Dafür nahm er noch Lucky mit, das neue Pony im Stall. Leider ist er selbst für mich gerade ein bisschen zu klein mit seinen geschätzt 1.30m Stockmass. Vielleicht wenn ich noch 10kg abnehme… aber das sehe ich nicht gerade realistisch.

Gestern war irgendwie auch ein Highlight, obwohl ich nur ganz normal auf meiner Standardrunde einen Ausritt machte. Ich war total relaxt, mein Körper war im Gleichgewicht, mein Sitz wie festgetackert auf dem Pad (ohne Satten) und gleichzeitig geschmeidig, so sehr, dass selbst Trab und Galopp mich nicht aus der Puste brachte. Ziemlich sicher lag das daran, dass bereits zwei freie Tage mit viel relaxen und Sport hinter mir lagen, das kann ich leider nicht jeden Tag bieten. Aber ich arbeite daran, ich will möglichst bald nur noch 80% arbeiten, dann hat jedes Weekend drei Tage 🙂

Gymkhana

Ja ich weiss, in letzter Zeit war hier nicht viel los. Dabei ist einiges gelaufen, von dem ich berichten könnte! Deswegen folgt jetzt ein Update:

Vom Hoppelkurs gibt es ein kurzes Video mit Sarah und mir, leider in schlechter Handy-Qualität:

https://www.youtube.com/watch?v=VBvv4uhpJwI&feature=youtu.be

Vor wenigen Wochen waren wir zu dritt mit Najem an einem Gymkhana, davon gibt es ein komplettes Video, dieses Mal in guter Qualität:

https://www.youtube.com/watch?v=Y7aPjzEsrNc

Gar nicht mal so schlecht für mein erstes Gymkhana mit Najem und nur einmal üben 🙂 Allerdings war die Konkurrenz recht hart und ich wurde etwa 63. von 100. Dafür gab es auch eine Belohnung:

Ich bin nun ein wenig auf den Geschmack gekommen und habe mit Najem weiter geübt:

Ansonsten ist jedoch alles mehr oder weniger beim Alten. Ab und zu üben wir nach dem Longenkurs, allerdings gibt es dazu kaum Fortschritte, da der Platz zu steinig ist und Najem beim Trab immer den Kopf hoch nimmt. Deswegen gehen wir immer öfter ausreiten, in letzter Zeit meistens mit Pad und Knotenhalfter, einfach weil es so am bequemsten ist 🙂
Gestern schnallte ich dann wieder einmal einen Sattel drauf und Hufschuhe drunter und natürlich zerstörten wir gleich den ersten Hufschuh -.-
Grundsätzlich ist Najem jedoch ein Goldschatz und wir haben immer eine gute Zeit zusammen! 🙂

Hoppelkurs

Heute Abend findet wieder mein Kurs statt. Springen kann man das noch nicht wirklich nennen, es sind nur Cavalettis, über die wir rüber hoppeln. Also nicht wir Menschen, sondern die Pferde. Wir lassen uns rüber hoppeln. Ist aber auch nicht so einfach wie es tönt.

Die Besitzerin von Najem musste ihr Experiment mit dem Alternativ-Pferd leider frühzeitig abbrechen, was ich nach der Stunde auch absolut verstehen konnte. Lieb wie sie ist hat sie aber für mich ein Ersatzpony angefordert und reitet jetzt Najem selbst im Kurs. Besagtes Pony passt aber auch wirklich super zu mir und wir sind bis jetzt problemlos über jedes Cavaletti gehoppelt. Am liebsten würde ich die Kleine gleich einpacken und mit nach Hause nehmen, nur hab ich da keinen Platz *grummel*.
Jedenfalls freue ich mich jetzt schon auf den Kurs 🙂

Erster Kurs mit Najem

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Nun war ich kürzlich das erste Mal in einem Kurs mit Najem. Nach meinem Unfall sass ich zwischenzeitlich erst einmal wieder auf ihm und dieser Ausritt war nicht besonders entspannt. Ausserdem war ich auch noch nie mit ihm in einer Gruppe anderer Pferde unterwegs, bzw. in der Halle. Anscheinend sei er ja lieb, aber etwas erzählt bekommen und etwas selber erleben ist dann immer noch etwas anderes.

Aber ich mache ja immer gerne an Kursen mit und irgendwann muss ja das erste Mal sein. Von daher bin ich Najems Besitzerin unheimlich dankbar, dass sie mir das ermöglicht hat! Nicht nur indem sie auf Najem verzichtete, sondern auch weil sie die zwei Pferde bis zur Reithalle brachte und ich direkt kommen durfte. Anders wäre es mir zeitlich gar nicht möglich gewesen, an diesem Kurs teilzunehmen, da er an einem Mittwoch stattfindet. Gleichzeitig hat sie sich ein grosses Projekt vorgenommen mit dem Pferd, welches sie im Kurs ritt, ein fünfjähriger Wallach, der schon jetzt eine völlige „Leck mich am Arsch“-Einstellung hat. Sie tat mir ein wenig leid mit ihm, auch wenn die zwei bereits nach zehn Minuten für Unterhaltung sorgten, als er sich einfach hinlegte und wälzte 😀 Sie hatte keine Chance, ihn davon abzuhalten und konnte gerade noch abspringen. Auch ansonsten verweigerte er manchmal einfach den Dienst, blieb stehen und liess sich durch nichts mehr in Bewegung bringen. Vielleicht hätte es geholfen, wenn sie abgestiegen wäre und ihn mit einem Besen angetrieben hätte. Auf Schenkelhilfen oder Peitsche reagierte er gar nicht.

Nach anfänglicher Unsicherheit klappte die Zusammenarbeit zwischen Najem und mir sehr gut, nur die anderen Pferde waren meinem kleinen Rennpferd im Weg. Er hat wohl neuerdings das Vorwärts entdeckt, und zwar in allen Gangarten. Ich war also oft damit beschäftigt, die anderen nicht über den Haufen zu reiten. Aber abgesehen davon klappte das alles ganz gut. Die Übergange waren völlig reibungslos, das Traben über Stangen kein Thema und auch galoppieren zu viert im Zirkel stellte kein Problem dar für uns. Nur das Tempo der anderen war uns zu niedrig und es war auch schwierig, das alles zu koordinieren, wenn die anderen teilweise in Trab oder Schritt zurückfielen.

Am Ende war Najem kaputt, Najems Besitzerin ebenfalls, bei mir hielt sich das jedoch in Grenzen. Ich freue mich schon auf die nächste Stunde, obwohl ich dann vielleicht leider nicht mehr in den Genuss von Najem komme, da sich seine Besitzerin ihr Projektpferd verständlicherweise nicht mehr antun will. Die Ponys die sie stattdessen ausleihen könnte, sind jedoch für sie zu klein, für mich würden sie aber passen. Ich lasse mich überraschen 🙂

Meldung von Bailyn

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Vor ein paar Wochen erhielt ich von der neuen Besitzer Bailyns eine Email, in der sie mir schrieb, wie glücklich sie mit ihr sei und dass sie zusammen das Brevet bestanden haben.

Ich freue mich wirklich darüber, dass es Bailyn gut geht und ihre Besitzer solche Freude an ihr haben. Genau das hatte ich mir für sie gewünscht.

Allerdings brachte mich dieses Email sehr aus der Fassung, ich vermisse sie immer noch und denke daran, was wir alles hätten erreichen können, wenn ich mehr Geld für Unterricht zur Verfügung gehabt hätte. Noch immer ist mein Herz nicht mit dieser Entscheidung einverstanden.

Ich habe nun ein Email zurück geschrieben, dass ich sie gerne im Sommer einmal besuchen würde, auch wenn ich nicht weiss, ob mir das dann noch einmal das Herz brechen wird.

Pferd auf Bein, das lass sein!

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Man man man, da habe ich mich so richtig auf den ersten Schnee-Ausritt der Saison gefreut und dann ging der sowas von in die Hose! Aber von vorne…

Als ich im Stall ankam, kam mir die ganze Herde bereits ungewöhnlich nervös vor. Auch Najem. Ich dachte zuerst noch, heute passiert bestimmt etwas. Dann dachte ich aber, dass ich mich auch mal aus meiner Komfortzone herauswagen sollte und schnallte ihm das Pad auf den Rücken. Unsere Standardroute sollte schliesslich kein Problem darstellen. Anfangs war ich ein wenig nervös, aber nach ein paar Minuten auf Najem legte sich das. Dann ging es ab durch den Wald, bergauf im Galopp! Leider war die Sicht noch etwas schlechter als sonst wegen dem ganzen Nebel.

Als ich mich eigentlich schon völlig entspannt hatte, machte Najem mitten im Galoppsprung auf einmal eine hundertachtzig Grad Wendung. Weil ich mich gerade unter einem Ast hindurch gebückt hatte, verlor ich dadurch völlig das Gleichgewicht. Ich liess mich fallen, kam jedoch nicht weit genug von Najem weg, weil auf meiner Fallseite gleich der Abhang war. Also fiel ich direkt unter seine Hufe und einer davon landete auf meinem Oberschenkel.

In den ersten Sekunden realisierte ich das gar nicht richtig, aber dann kam der Schmerz und ich bekam erstmal keine Luft mehr. Eigentlich wollte ich aufstehen, musste mich dann aber erstmal hinsetzen. Irgendwo in einer Ecke meines Bewusstseins sperrte sich ein Teil dagegen, sich in diesen Schneematsch zu setzen, aber dieser Teil wurde vom Schmerz übertönt. Ich schaute zu Najem hinüber, zum Glück hatte ich ihm die Reflektoren an den Beinen befestigt, ansonsten hätte ich ihn gar nicht gesehen. So enthüllte mir meine Stirnlampe vier leuchtende Flecken ein paar Meter entfernt. Das Pferd dazwischen konnte ich in der Dunkelheit nicht erkennen. Trotz meines Schmerzes galt meine Sorge Najem, ich wollte nicht dass er weg läuft, verloren geht oder sich vielleicht noch verletzt, schliesslich ist er gesattelt und gezäumt, wenn auch nur mit Pad und Knotenhalfter. Aber trotzdem kann er mit den Zügeln irgendwo hängen bleiben und sich verletzen.

Najem war ein wenig unschlüssig, was er tun sollte, lief mal ein paar Meter von mir weg, dann wieder zu mir hin. Irgendwann konnte ich aufstehen und humpelte zu ihm hinüber. Immerhin konnte ich ihn problemlos „einfangen“. Das Wichtigste war erledigt, jetzt brauchte ich Unterstützung. Najems Besitzerin war nicht zuhause, also rief ich meinen Freund an. Ich wusste, er konnte nichts machen, aber immerhin wäre ich dann nicht so alleine. Ich erreichte ihn aber nicht. Wie immer, wenn er am Gamen war. Mein Gehirn funktionierte jedoch auch im Schockzustand noch und ich schrieb eine Nachricht in den Game-Gruppenchat, zu welchem mich mein Freund bereits vor Monaten hinzugefügt hatte, obwohl ich nicht wirklich dazu gehöre. Ich war einfach neugierig. Zum Glück, denn einer seiner Kollegen las die Nachricht und informierte ihn über das Game. Er rief nur wenige Sekunden später an. Erstmal analysierte er die Situation, wie es typisch für ihn ist, fragte mich, wo ich verletzt sei, ob ich gehen könne, wo das Pferd sei, wen ich informieren kann usw. Das war gut, denn immerhin war so jemand informiert. Ich behielt ihn am Telefon, während ich mich den Weg zu Fuss hinauf kämpfte, zum Glück mit einem einfach Pferd nebenan. Nur aufsteigen konnte ich nicht, dazu bräuchte ich eine Aufsteighilfe, wie einen Baumstumpf. Das Pad hat nämlich keine Steigbügel und auf Najem konnte ich auch unverletzt nicht hinaufspringen. Am Hang war es zu rutschig.

Nach etwa zwei Kilometern stand am Wegrand doch tatsächlich ein Baumstumpf und ich schaffte es, mich auf Najem hinauf zu manövrieren. Die letzten paar Kilometer trug er mich brav. Kurz vor dem Stall rief mein Freund nochmals an, weil er sich Sorgen machte, obwohl ich ihm gesagt hatte, dass ich ihn nicht wieder anrufe, wenn ich aufsteigen konnte, sondern dann erst wieder im Stall.

Zum Glück war jemand zuhause, nahm mir das Pferd ab und brachte mich in das nächste Krankenhaus. Mein Freund machte sich auch auf den Weg, denn mit öV sollte er doch tatsächlich zwei Stunden bis dorthin brauchen. Aber in der Notaufnahme liegt man ja meist lange genug, wenn man nicht gerade im Sterben lag. Die anderen Patienten schienen jedoch ähnliche Verletzungen zu haben und so wurde ich nach zwei Stunden mit einem Rezept für Schmerzmittel und der Gewissheit, dass nichts gebrochen ist, wieder entlassen. Gerade rechtzeitig, um meinen Freund vom Bahnhof abzuholen.

Also fast Ende gut, alles gut. Ich durfte die Krücken der hilfsbereiten Stallbesitzerin borgen, welche mich ins Krankenhaus gefahren hatte, mein Freund fuhr mich nach Hause, wobei wir unterwegs noch die Medikamente für mich und einen Burger für ihn holten. Mittlerweile war es schon fast Mitternacht und er hatte noch nicht zu Abend gegessen. Ich nahm die Schmerztabletten und fiel ins Bett. Den Rest des Wochenendes verbrachte ich hauptsächlich auf dem Sofa.

Nachtstimmung

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Die Tage werden kürzer, die Arbeit im Büro bleibt gleich lang. Ok, wirklich kürzer werden die Tage nicht, aber es wird früher dunkel. Noch bei Tageslicht im Stall zu sein wird ein Ding der Unmöglichkeit. Den ganzen Winter nur Bodenarbeit machen ist aber auch doof. Ausreiten im Dunkeln ist zwar kein Problem mit Najem, jedoch sehr mühsam für mich, weil ich teilweise den Weg nicht sehe oder die Äste, bevor sie mir ins Gesicht schlagen.

Also musste Abhilfe her. Ich schnappte mir Michaels Stirnlampe und ritt damit testweise zweimal durch den Wald. Das ist schon um Welten besser, jetzt sehe ich die Äste wenigstens, bevor sie mir ins Gesicht klatschen. Und ich kann den Weg erkennen, bzw. vom Wald unterscheiden.

Der Ansatz ist gut, aber optimal ist anders. Da muss wohl irgendwann eine neue Stirnlampe her. Vielleicht reichen als Übergangslösung auch irgendwelche Clips, welche die Lampe besser am Helm befestigen. Aber immerhin kann ich so jetzt auch im Dunkeln in den Wald.

Die zwei Ausritte waren nämlich traumhaft! Ohne Sattel, nur mit Pad streunten wir zusammen durch den Wald. Wenn der Boden weich genug war, was bei den vielen Blättern jetzt im Herbst schnell möglich ist, legten wir auch gerne einen Galopp ein. Najem bot dies förmlich an. Ein Traum, so durch den dunklen und stillen Wald zu schweben, mit den leise polternden Hufen unter mir und dem Wind im Gesicht fühlte ich einfach nur Glück! Das war schon immer ein Traum von mir, ohne Sattel mit dem Pferd in völligem Vertrauen durch den Wald zu galoppieren! Ich freue mich jetzt schon auf den Winter, der Schnee gibt einem solchen Ausritt eine zauberhafte Note. Obwohl diese gestern auch spürbar war: Stille, kein Wind und im Schein der Lampe sah ich viele weisse Nachtfalter, welche mir fast wie Elfen vorkamen. Najems Hufgetrappel war in den Blättern nicht viel mehr als Rascheln.

Im Moment sind die Temperaturen auch gerade richtig, dank guter Kleidung und meiner Fusssohlen-Heizung friere ich nicht. Najem auch nicht, der hat schliesslich seinen Winterpelz. Gestern war sein Fell sogar noch feucht, obwohl wir die letzte halbe Stunde des Ausritts nur Schritt geritten sind. Er bekam dann eine Abschwitzdecke drauf für ein paar Minuten, danach habe ich ihn abgerubbelt. Da es nicht windete und er am restlichen Körper trocken war, liess ich ihn so im Stall zurück. Vermutlich war er nach zwanzig Minuten schon wieder trocken.

Auch ihm scheinen die Ausritte Spass zu machen, er kommt vom Stall gerne mit mir mit und scheint unterwegs Freude an der Bewegung zu haben. Immer wieder hat er zufrieden abgeschnaubt. Er machte auf mich sowieso einen zufriedenen Eindruck während der ganzen Zeit.

Hallendressur

Gestern war ich nun zum zweiten Mal mit Najem in der Halle.

Das erste Mal ging ich zusammen mit der Besitzerin (*wink*) und Hänger. Sie konnte am Anfang mit ihm ein wenig am Boden arbeiten und ich danach reiten. Passte perfekt, denn sie macht lieber vom Boden aus etwas mit ihm und ich reite lieber 🙂 Wie das erste Mal fand auch gestern eher ein Kennenlernen und Ausprobieren statt – und zwar beidseitig 😀

Gestern war ich jedoch „zu Fuss“ zur Halle unterwegs, ritt also hin. Naja, auf der Strasse war ich wirklich zu Fuss, da ich so ein entspannteres Pferd hatte, wahrscheinlich weil er dann auch ein entspannteres Frauchen hatte ^^ Mir war es mit den Autos einfach zu gefährlich und ich war zu nervös im Sattel. Denn obwohl ich auf unserer Standardroute im Wald auch mal ohne Sattel in allen Gangarten reite und ein total relaxtes Pferdchen unter mir spüre, war er auf dem unbekannten Weg zur Reithalle doch weniger relaxed, war ja schliesslich so viel neues! Aber da er grundsätzlich ein Verlasspferd ist, trotz seinen jungen sechs Jahren, machte dies sich lediglich in angespannter Körperhaltung bemerkbar und keineswegs durch Scheuen oder ähnliches.

In der Reithalle angekommen (nachdem wir den totaaaaal gruseligen PARKPLATZ!!! überlebt hatten ^^), legte sich die Angespanntheit nach ein paar Minuten und ich begann mit ihm zu arbeiten. Erstmal ein wenig Schrittarbeit, um zu sehen ob er sich biegen lässt. Hier zeigte sich bereits, rechte Hand ist unsere Lieblingsseite – also zumindest meine. Auf der linken Hand war das Stellen und Biegen – oder auch schon alleine das Navigieren – deutlich schwieriger. Aber auf beiden Seiten klappte das Schulterherein relativ gut, dank meiner fordernden Ausbilderin Bailyn.

Im Trab klappten die kleinen Volten, Stellen und Biegen immer noch, wenn auch nicht immer auf Anhieb. Aber zumindest jeweils die zweite Hälfte einer kleinen Volte lief er richtig schön. Generell wurde er im Trab immer konzentrierter.

Der Galopp auf rechter Hand war traumhaft! Ich konnte Verstärken, Zurücknehmen, kleine Volten reiten – obwohl er das nicht sehr mochte, war wohl zu anstrengend 😀

Auf der linken Hand spielte er wieder das Abbieg-Spiel bei der Volte zur Wand hin. Also entwickelte ich eine neue Taktik. Erstmal üben wir das ganze im Schritt und dann im Trab. Als das klappt, galoppierte ich, parierte jedoch vor der heiklen Stelle wieder zum Trab durch, manövrierte ihn da durch und galoppierte wieder an. Nach etwa drei Mal üben, bei dem die Trabstrecke immer kürzer wurde, klappte auch eine ganze Volte im Galopp und mit diesem Erfolgserlebnis schloss ich die linke Hand ab.

Am Ende war er total durchgeschwitzt, aber wir hatten ja noch fast eine Stunde Zeit auf dem Heimweg zum Trockenreiten, was auch problemlos funktioniert hatte. Auf dem Heimweg war er viel ruhiger, vielleicht war er zu kaputt, um noch erschöpft zu sein 😀

Das mache ich auf jeden Fall wieder, so kann ich mir das herum Manövrieren mit dem Anhänger sparen, alleine traue ich mir das nämlich noch nicht zu, und habe gleichzeitig das Warm- und Abreiten integriert ^^

Übrigens: auch im Longenkurs geht es vorwärts, letzte Woche klappte auf der linken Hand das Anschraten schon relativ schön 🙂

Ausritte

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Die letzten paar Male bei NNajem Ausrittajem sind wir ausgeritten. Das macht uns grossen Spass. Najem freut sich richtig, wenn es zu unserer Galoppstrecke geht und wartet regelrecht auf das Galopp-Signal. Die Strecke davor geht es relativ steil herunter – gerade noch so, dass ich nicht absteigen muss. Diese Strecke geht er nicht so gerne, jedoch geht auch das jedes Mal besser, heisst: jedes Mal mit weniger Pausen, in denen er stehen bleibt. Ein gutes Zeichen für mich.

Nach dem Galopp ist er ziemlich ausser Atem:
https://www.youtube.com/watch?v=Na1ai3EFDGI

Fortschritte durch Rückschritte

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Nachdem ich den Longenkurs nochmal überflog, um mir Anhaltspunkte für die Arbeit mit Najem zu holen, bemerkte ich, dass ich ein Detail vergessen hatte, nämlich dass ich im Stand stellen und erst dann antreten lassen soll.

Durch diesen Schritt zurück machte Najem gleich Fortschritte. Auf seiner hohlen Seite liess er sich gut stellen, allerdings rollte er sich ein wenig ein. Wahrscheinlich war meine Einwirkung irgendwie falsch (zuviel Druck auf die Nase?). Als ich das bemerkte, wurde es jedoch sofort besser. Auf seiner verkürzten Seite war er ein wenig verspannt im Genick. Durch kurze Massagen und Kopf tief holen, wurde auch das besser.

Noch immer probiert er manchmal, meine Jacke aufzufressen, beim Lob jedoch weiss er genau, dass er den Kopf weghalten soll und das Leckerli da hin kommt 😀

Ich muss jedoch langsam wieder meine Leckerli-Tasche ausgraben, für die Regenjacke war es gestern eindeutig zu heiss – nur leider hatte weder Pulli, noch Hose eine Tasche, also musste die Regenjacke zwangsläufig mit.

Heute Abend bin ich nochmals bei Najem. Es soll anscheinend gewittern (gibt es das Wort in Hochdeutsch?), mal sehen ob ich den geplanten Ausritt durchziehe oder lieber wieder Bodenarbeit mache…

Galopp-Ausritt mit Folgen

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Nachdem ich letzte Woche mit zwei Mitreitern einen gemütlichen Ausritt auf unserer Standardroute unternahm, war gestern wieder mal ein Ausritt mit Najem alleine geplant. Ich hatte auch nicht grosse Lust auf Gesellschaft. Und ich wollte sehen, ob sich das Wiehern verringert hat. Das hat es tatsächlich, aber es war noch nicht ganz weg. Und als ich dann die Standardroute umgekehrt anging, blieb er immer wieder stehen.

Aber nach einem langen gemässigten Galopp bergauf war er ruhiger und schnappte auch nicht mehr nach allem, was grün ist. Ich konnte endlich wieder einmal richtig sitzen und genoss es! Weil es so gut lief, übte ich noch Angaloppieren bergauf. Nach wenigen Malen hatte er begriffen worum es geht und wartete auf das Kommando wenn ich die Zügel kürzer nahm und die Körperspannung erhöhte. An einem Steilhang spürte ich richtig, wie er seine ganze Kraft zusammennehmen musste, um den ersten Galoppsprung zu bewältigen.

Galopparbeit macht uns beiden Spass, das werden wir sicher bald wiederholen. Für den Kraftaufbau ist es allemal förderlich. Und zwar nicht nur bei ihm, sondern auch bei mir. Ein korrekter Sitz kostet mich sehr viel Kraft aus den inneren Bauchmuskeln, die wohl in letzter Zeit nicht gross trainiert wurden. Die Folge davon ist natürlich ein Muskelkater.

Gedanken zu Dominanz, Umgang und Motivation

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Angeregt durch eine Diskussion in einem Forum möchte ich hier von meinen Gedanken im Umgang mit Pferden erzählen.

Ich finde den Austausch zwischen Pferdemenschen teilweise schwierig, weil dieselben Wörter teilweise je nach Person etwas ganz anderes bedeuten. Für den einen bedeutet Dominanz ein Führer sein, der dem Pferd Sicherheit vermittelt und klar kommuniziert, für einen anderen ist Dominanz negativ besetzt mit das Pferd mit allen möglichen Mitteln zu etwas zwingen wollen. Deswegen ist Dominanz für mich nicht grundsätzlich gut oder schlecht, denn schlussendlich kommt es immer darauf an, wie man sicher verhält.

Ähnlich verhält es sich mit Respekt. Ich möchte, dass die Lebewesen um mich herum sich mir gegenüber respektvoll verhalten. Ich will jedoch nicht, dass sie so viel Respekt haben, dass es schon fast wieder in Angst über geht – Respekt und Angst können sich manchmal überschneiden.

Sanft finde ich ebenfalls gefährlich, denn durch nur sanften Umgang kann der Respekt verloren gehen.

Entscheidend ist für mich der passende Mittelweg, und zwar situationsbedingt. Es gibt Momente, in denen ich ganz sanft mit einem Pferd umgehe, und es gibt Situationen, in denen ich mich sehr dominant und bestimmend aufführe.

Zwei Beispiele:
Will ich ein Pferd am Putzplatz „herumschieben“, bitte ich sanft und respektvoll darum mit meiner Körpersprache und jenachdem auch mit meiner Stimme. Dasselbe beim Huf hochheben.
Ignoriert mich jedoch mein Pferd und rempelt mich an, werde ich laut, gross und durchaus auch mal „handgreiflich“. Ich schubse ein Pferd schliesslich auch nicht herum und deswegen wehre ich mich energisch gegen solches Verhalten.

Am wichtigsten im Umgang mit Pferden ist für mich Klarheit und Verlässlichkeit. Genau die zwei Dinge, mit denen ich bei mir noch nicht zufrieden bin.

Am wichtigsten bei der Arbeit mit Pferden empfinde ich neben Klarheit und Verlässlichkeit das Timing. Aufforderung (Druck, Stimme oder ein anderes Signal) in der richtigen Stärke zum richtigen Moment am richtigen Ort, Beenden der Übung und Lob, sowie Pause zum exakt richtigen Zeitpunkt und abhängig davon, wie gut das Pferd die Übung kennt, wie lange wir schon daran arbeiten und ob eine Pause jetzt eher langweilig oder im Gegenteil nötig ist. Das alles finde ich sehr schwierig, merke aber immer wieder, was das richtige Timing ausmachen kann.

Zudem bin ich ein grosser Fan von Futterbelohnung, bzw. allgemein von positiver Verstärkung. Auch hier gibt es Stimmen, die dagegen sprechen mit Argumenten wie damit verzieht man ein Pferd, es fängt an zu schnappen oder dann macht es eine Übung nur noch für das Leckerli.
Just my 2 cents: Ob ein Pferd verzogen ist, hängt vom Umgang ab. Und wenn bei der Futterbelohnung klare Regeln konsequent eingehalten werden, wird kein Pferd verzogen oder zum Beisser. Und ein Pferd macht weder mit positiver, noch mit negativer Verstärkung eine Übung für den Mensch. Es macht die Übung, um entweder etwas unangenehmes zu vermeiden (zB. Druck –> negative Verstärkung), oder um etwas positives zu erreichen (zB Leckerli, Lob –> positive Verstärkung). Es gibt sicher Pferde, die gefallen wollen, aber auch bei solchen habe ich einen Unterschied zwischen den beiden Varianten festgestellt.

Beide Verstärkungen sind meiner Meinung nach notwendig. Negative Verstärkung, um dem Pferd eine Idee zu geben, was ich von ihm will. Positive Verstärkung, um es zu bestätigen, das Richtige getan zu haben, um es zu motivieren und um die Übung mit etwas positivem zu besetzen.

Dann noch ein letzter Punkt: Konsequenz. Das heisst, das die Regeln immer gelten und ich auch immer darauf bestehe, dass die Regeln eingehalten werden. Zum Beispiel dürfen meine Katzen nicht auf den Tisch. Natürlich dürfen sie nicht auf den Tisch, wenn wir essen – aber sie dürfen auch zu keinem anderen Zeitpunkt auf den Tisch. Tisch = Tabu. Immer. Wenn ich eine Katze auf dem Tisch erwische, wird sie herunter gejagt. Sobald sie jedoch unten ist, lasse ich sie in Ruhe.
Dürften die Katzen den ganzen Tag auf dem Tisch liegen, aber wenn ich esse, sollen sie gefälligst unten bleiben, bin ich nicht konsequent und mein Herunterjagen wäre für die Katzen nicht nachvollziehbar.

Es ist schlussendlich egal, welche Regeln man aufstellt, aber die Regeln, die man aufstellt, sollten dann auch immer gelten.
Also heute darf mein Pferd irgendwo neben mir laufen und morgen nur noch hinter mir und übermorgen dann nur noch links – so etwas verunsichert ein Pferd. Ich beschliesse entweder, mein Pferd darf überall laufen, oder nur hinter mir und das ziehe ich dann durch (oder versuche es zumindest).

Der ganze Rest ist harte Arbeit an mir selbst (Konsequenz, Souveränität, Klarheit, Timing, Körpersprache), Intuition und Erfahrung.

Tut das nicht!

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An meinem NHS Kurs haben sie uns am Ende gesagt: „Geht jetzt aber nicht einfach mit Bareback Pad und Knotenhalfter (Hackamore?) ausreiten, das wäre unverantwortlich!“

Manchmal bin ich einfach wie ein kleines Kind. Mit ein bisschen mehr Vernunft zum Glück. Und deswegen musste ich genau das natürlich auch machen. Allerdings mit einem Verlasspferd, das ich kenne, das mich kennt und das Ausreiten mit Bareback Pad und Knoti kennt. Und mit Bodenbegleitung.

Das hat super funktioniert, ich stieg nur ab, weil Najem so viel wieherte. Verständlich, war er doch erst vor zwei Tagen nach einem Monat Abwesenheit wieder in seinem Stall angekommen. Brav war er natürlich trotzdem, nervös war ich natürlich auch trotzdem. Also stieg ich ab. Obwohl mein Kopf mir sagte, dass nichts passiert, wenn ich weiter reite.

Insgesamt war es ein gemütlicher kurzer Ausritt (für die Bodenbegleitung weniger, denn Najem hat einen ordentlichen Schritt drauf) und ein super Einstieg in das Ausreiten ohne Sattel 🙂

Uuuund ich habe mich natürlich erstens riesig gefreut, Najem wieder zu sehen und zweitens, Najem endlich mal meinem Freund vorzustellen. Sein Kommentar: Ein lieber Kerl der zu mir passt. Und der einzige „Mann“, den ich am Arsch begrabschen darf 😀

Natural Horsemanship Kurs

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Wie versprochen will ich euch von meinem Natural Horsemanship Kurs erzählen.

Der Kurs hat auf jeden Fall Spass gemacht, trotz einiger Frustrations-Erlebnisse – diese gehören wohl einfach dazu.

Jeder Tag hatte verschiedene Elemente, einerseits Theorie, dann Praxis ohne Pferd, Praxis mit imitiertem Pferd und natürlich Praxis mit Pferd.

In der Theorie war für mich vieles nicht neu, alles andere habe ich begierig aufgesogen. Wieder einmal trat meine gute Auffassungsgabe zutage und ich war oft kurz davor, mich zu langweilen. Einige Dinge waren mir unbewusst zwar schon bekannt, aber es war gut, dieses mal in Worte gefasst zu bekommen.
Vom Inhalt her lernten wir vor allem vieles über das Wesen Pferd: Wie lebt ein Pferd? Was ist für ein Pferd wichtig? Was gibt es für Charaktere? Was ist Pferdetypisch und was Vermenschlichung?
Wir lernten jedoch auch, was wichtig ist für den Umgang als Mensch mit dem Pferd.

Praxis ohne Pferd beinhaltete Übungen wie Knoten lernen, Seilschwingen, Stick-Handhabung. Dies machte mir zwar Spass, aber vor allem bei den Knoten war ich schnell unterfordert. Viel mehr Spass machten mir Übungen auf dem Trampolin und Spiele mit den anderen Kursteilnehmern. Ich bin halt immer noch ein Spielkind ^^

Lustig waren die Spiele mit imitiertem Pferd. Da gab es einerseits Henry – das geduldige und gut gepolsterte Metallpferd, an dem wir Aufsteigen und verschiedene Sitzpositionen und Zügelführungen übten, andererseits die Bolognese aus 3 Menschen, die ein Pferd imitierten. Das geht zwangsläufig nicht ohne Spass 😀

Am meisten profitieren konnte ich von den Übungen am Pferd. Da gab es knallhartes Feedback von Najem. Manchmal stand er da wie ein Fels oder er bewegte sich in alle Richtungen, ausgenommen in diejenige, in die ich ihn schicken wollte. Aber manchmal reagierte er trotz 50% Freiberger auf federleichten Druck.
Ich habe das Gefühl, dass dies bei ihm vom Respekt abhängig ist. Nimmt er mich ernst, reagiert er auch sehr fein, ansonsten muss ich ihm beweisen, dass ich es ernst meine. Insbesondere gegen Ende des Kurses wurde er immer schneller und feiner in seinen Reaktionen.

Irgendwann am dritten Tag ging es aufs Pferd. Zuerst mit Bareback-Pad, also sozusagen ohne Sattel. Und auch ohne wirkliche Zügelführung, das Einzige was wir hatten, war ein Strick auf einer Seite. Das sollte uns beibringen, nicht an beiden Zügeln zu ziehen. Steuern konnten wir damit natürlich nicht, sollten wir auch nicht. Was wir da machten nennt sich Passagierreiten. Ich gebe die Gangart vor und das Pferd die Richtung. Das war natürlich chaotisch und verwirrend mit mehreren Pferden auf dem Platz, die sich immer zu einer Traube formen wollten. Da musste man sich schon mal durch die anderen Pferd-Reiter-Paare durchkämpfen, was wohl einige blaue Flecken mitbrachte.
Ich hatte eher Angst vor den anderen Pferden, da wurde schon mal gedroht, Ohren angelegt, Zähne gebleckt usw. Trotzdem wurden wir weder gebissen noch geschlagen, wer hätte das gedacht…
Am letzten Tag ritten wir dann mit Sattel und zwei Seilen, was schon sehr viel angenehmer war, da man auch entsprechend schnell reagieren konnte und nicht erst die Seite des Seils wechseln musste.

Mein Resume: Positiv war vor allem die Arbeit am Boden mit den 7 Spielen. Da zeigten sich bei mir die meisten Defizite und da konnte ich mich auch am meisten verbessern. Die Theorie war insgesamt ok, wenn mich auch gewisse Aussagen störten, weil sie falsch waren (dem Pferd eine Pause gewähren ist nämlich KEINE positive Verstärkung und Leckerli füttern muss nicht unbedingt in Respektlosigkeit enden…). Das Spielen und der ganze spielerische Grundgedanke gefällt mir sehr gut, allerdings fehlt mir die positive Motivation. Ich bin halt einfach ein Leckerli-Freund – allerdings natürlich auch ein Gegner von sinnlosem Vollstopfen mit Leckerlis.
Besonders negativ fand ich vor allem für mich das „Lenken“ mit den Seilen. Am Knotenhalfter, bzw. Hackamore (?) zieht man links wenn man nach links will und umgekehrt. Genau davon versuche ich seit Jahren wegzukommen, denn mit der Trense sollte man genau das vermeiden.

Grundsätzlich gefallen hat mir die Nicht-Hektik der Pferde. Jedes Pferd, auch ein besonders schwieriges konnte in kürzester Zeit zur Ruhe kommen und es waren enorm schnelle Fortschritte bemerkbar. Umgekehrt kamen bereits ruhige Pferde aus sich heraus und entwickelten richtig Power.

Zusammengefasst: von der Bodenarbeit bin ich begeistert, allerdings werde ich weiter mit Leckerlis motivieren. Vom Reiten bin ich weniger begeistert, da später mit der Trense wieder ganz anders geritten werden muss und man sich somit genau etwas Falsches angewöhnt. Die freundliche und verspielte Grundhaltung gegenüber den Pferden wiederum werde ich verinnerlichen und hoffentlich beibehalten können.

Ecole de Légèreté Kursbesuch als Zuschauer

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Vor einigen Wochen war ich als Zuschauerin bei einem Kurs der Ecole de Légèreté von Philippe Karl. Mein Pflegepferd Najem wurde und wird nach dieser Schule ausgebildet und geritten. Gehört hatte ich schon einiges darüber, negatives so wie positives, wobei bei meiner Meinung das Positive überwiegt. Nun wollte ich mir aber einen richtigen Eindruck verschaffen. Zum Glück fand in meiner Nähe ein entsprechender Kurs statt, bei dem ausgebildete und zukünftige Reitlehrer von Philippe Karl höchstpersönlich unterrichtet werden. Leider war es im März noch sehr kalt, so dass ich mir nicht den ganzen Tag antun wollte. Ich bin sowieso eher der Typ „Learning by doing“ und ewiges Zuschauen finde ich langweilig.

Die paar Stunden haben zwar meine Vorurteile bestätigt, gleichzeitig jedoch auch ausgeräumt. Das tönt jetzt zwar nicht logisch, werde ich aber natürlich gleich erklären:

Mein Vorurteil war, dass sehr viel am Kopf gemacht wird (Biegung des Halses, hohe Hände usw.). Das ist auch so, darauf wird sehr viel Wert gelegt um das Pferd beweglich zu machen und ins Gleichgewicht zu bringen. Dabei wird auch gerne mal beim Reiten „zu stark“ gebogen, also so, dass es keine korrekte Biegung mehr ist. Dies wird allerdings bewusst gemacht und nur bei Pferden, die noch nicht genug beweglich und im Gleichgewicht sind. Danach wird eine normale Biegung und Stellung angestrebt. Also ist diese Überbiegung ein Mittel zum Zweck wie vieles andere und wenn das Pferd sorgfältig und freundlich darauf vorbereitet wird, auch keineswegs negativ.

Mein zweites Vorurteil bestand darin, dass das Pferd nur auf den Kopf und die Kopfhaltung minimiert wird. Der Fokus liegt zwar schon auf diesem Bereich, allerdings wird keine Kopfhaltung erzwungen und der Rest des Pferdekörpers wird nicht vernachlässigt – also gerade nicht: solange der Kopf unten ist, stimmt auch der Rest – eher: die Kopfhaltung soll frei sein und das Pferd durch die Übungen soweit ausbalanciert werden, dass es in die gewünschte Haltung kommt.

Allerdings stellte ich fest, dass die richtige Umsetzung sehr von dem entsprechenden Reitlehrer abhängt. Philippe Karl selbst hatte immer einen guten Blick für das ganze Pferd, dieser war bei den Ausbildern in Ausbildung deutlich weniger vorhanden. Wie immer kommt es also auch hier auf die Menschen an, die das Konzept umsetzen.

Natural Horsemanship Kurs

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Da Najem ja von seiner Besitzerin unter anderem nach Natural Horsemanship ausgebildet wird und den April über in Landquart weilt, packte ich diese Gelegenheit beim Schopf und meldete mich für den fünftägigen Einführungskurs an.

Das wird eine ganz neue Erfahrung! Erstens habe ich noch nie an einem solch langen Kurs teilgenommen, zweitens werde ich auch dort übernachten und zwar in einer Art Jugendherberge direkt auf dem Gelände. Ich freue mich sehr auf den Kurs und hoffe mit Najem in Sachen Kommunikation und Vertrauen grosse Fortschritte zu machen. Gleichzeitig bin ich nervös und frage mich, ob alles klappt, ob ich mich mit den anderen gut verstehen werde, wie das Übernachten im Mehrbettzimmer wird usw. In einem Monat geht es los und natürlich werde ich davon berichten 🙂

Abenteuer-Ausritt im Dunkeln

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Weil heute der Ostepath für Najem kam, wollte ich gestern noch einen Ausritt mit ihm zusammen machen. Arbeitsbedingt war es schon nach sechs Uhr, als ich am Stall ankam. Und bis wir losritten, dauerte es nochmals bis sieben. Da war es schon sehr am Dämmern.

Ich fühlte mich dank Lammfell-Sattelschutz dieses Mal von Anfang an richtig wohl im Sattel. Eigentlich war dieser Schutz von mir gedacht um den Sattel vor meinem Rückenpanzer zu schützen, weil dieser teilweise am Sattel kratzt. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass der Sattel gleich so viel bequemer wird. Leider waren dadurch die Steigbügelriemen endgültig zu kurz. Als Dressursitz ging es zwar noch durch, aber leicht Traben oder Springsitz war nur noch mit gestreckten Beinen möglich. Nun muss halt ein neuer Steigbügelriemen her.

Najem war trotz Dunkelheit sehr brav und folgsam, wahrscheinlich auch weil ich weniger ängstlich war als bisher. Mein Vertrauen zu ihm steigt langsam.

Und mein Sitz war gestern so gut wie schon lange nicht mehr. Das erste Mal konnte ich meine Beine richtig aus den Hüften fallen lassen und die Hüfte öffnen. Mein Lendenbereich war zwar nicht so beweglich wie letztes Mal, aber insgesamt sind die Fortschritte doch bemerkbar. Im Galopp konnte ich gestern das erste Mal bequem sitzen! Najem hat aber auch echt tolle Gänge, raumgreifend, schwungvoll, rund und weich. Zumindest wenn er nicht den Kopf hochreisst und angespannt ist.

Alles in Allem ein weiterer Erfolg 🙂

Weidesaison und Longenkurs

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Najem ist momentan dabei, die Weidesaison zu eröffnen und zwar auf eigenes Gutdünken. Was soviel heisst dass er aus dem Stall ausbüxt und sich auf der Weide direkt nebenan gütlich tut. Jetzt wurde von den SB der Stall zu einem Hochsicherheitsgefängnis gemacht mit einer Voltzahl, die richtig brummt. Mal sehen ob das den Frechdachs vom leckeren Gras abhalten kann.

Dementsprechend war er heute noch brauner als normalerweise. Da der Dreck jedoch bereits trocken war, dauerte das Putzen nicht länger als üblich. Nur mit den Hufen war der Dreck regelrecht verschmolzen. Ich hatte auch das Gefühl, dass er noch ein wenig empfindlich ist an den Vorderhufen, evt. wegen der Strahlfäule. Während er hinten die Hufe hinhielt wie ein Lamm, hampelte er vorne immer herum, sobald ich fester putze – was ja leider nötig war.

Ich nahm meinen Kappzaum mit und erfreulicherweise passte dieser perfekt! Leider hatte ich kein Seil dabei und Miriams Seile waren richtige NHS Seile – also schwer! Nächstes Mal muss ich umbedingt ein eigenes, leichtes Führseil mitbringen. Ein solches Seil inklusive Peitsche in der Hand zu halten ist auf Dauer ganz schön anstrengend!

Denn danach gings auf den kleinen Platz, wo schon die Töggel bereitstanden. Damit einen Kreis bilden war schnell gemacht. Noch schneller entdeckte Najem jedoch die Leckerlis in meiner Tasche. Leider ist er in dieser Hinsicht ein wenig aufdringlich. Das hat sich gegen Ende jedoch deutlich gebessert, weil ich ihm die Leckerlis immer vom ausgestreckten Arm gegeben habe, also weit weg von meinem Körper. Das hat er nach wenigen Malen kapiert. Ich denke, das wird bald besser.

Auch beim FiS hat er sich toll gemacht für das erste Mal. Sogar mal eine entspannte halbe Runde am Stück in Stellung hat er geschaft. Ansonsten war es natürlich noch nicht konstant, aber die Ansätze waren da. Übertreten hat noch nicht so gut geklappt, aber da versteht er wohl auch meine Hilfen nicht richtig. Er meint immer, seitwärts gehen zu müssen. Zum Testen probierte ich sogar das Anschraten, was natürlich noch nicht in Stellung geklappt hat. Aber immerhin hat er gemerkt, dass es um Traben ging 😀

Nach etwa einer Viertelstunde (wahrscheinlich mehr, hab nicht auf die Uhr geschaut) hörte ich an einer guten Stelle auf, nahm den Kappzaum ab und wurde von Najem noch bis ans Tor begleitet 🙂

Vertrauensritt

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Vertrauen nahm ich mir als Thema für den Ausritt gestern vor. Es war der zweite Ausritt mit Najem alleine und das erste Mal war ich nicht sehr entspannt, er hingegen schon. Gestern war es umgekehrt. Schon nach ein paar hundert Metern kam der erste richtige Erschrecker inklusive Angaloppieren. Warum weiss ich nicht wirklich, vermutlich ist ihm Schnee auf die Kruppe gefallen. Nach wenigen Sprüngen hat er sich aber wieder beruhigt, blieb jedoch angespannt. Vielleicht hatte ich das auch durch das Traben an der Hand bis zu unserem Aufsteig-Stein provoziert.

Mit den Vertrauen klappte es also noch nicht ganz. Ich wählte bewusst eine Route, die uns einen langen, schneebedeckten Weg leicht bergauf versprach. Najem war von der Idee irgendwie nicht begeistert, er hätte einen anderen Weg bevorzugt.

Die lange Strecke fanden wir tatsächlich und so sausten wir richtig lange im Galopp durch den Wald. Gebremst wurde erst, als Najem spontan entschied, dass der Weg links bergauf anstelle von geradeaus der richtige sei. Kehrtwendung im Schnee im Galopp ist aber doch nicht so einfach, vor allem nicht für den unvorbereiteten Reiter. Ausserdem kam uns da ein Mann mit Hund entgegen, den Najem witzigerweise erst lange nach mir entdeckte. Also kurz Schritt, bevor es die letzten Meter steil bergauf im Galopp ging. Da musste ich Najem schon fast zwingen, aber er machte toll mit.

Der Rückweg war richtig entspannt, abgesehen von den Wegkorrekturen – ansonsten wären wir wohl irgendwo durch den Wald geritten oder auf dem Eis ausgerutscht. Najem, wenn es links und rechts Eis hat, bleiben wir auf der Mitte des Weges!

Ausserdem gab ich Najem einen Vertrauensbonus, indem ich zum ersten Mal nur mit Knotenhalfter und ohne Trense ausritt, was übrigens wunderbar geklappt hat.

Hier noch der Ausritt auf Every Trail.

Erster Ausritt alleine mit Najem

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Ich hatte Glück, denn ich wollte dieses Jahr unbedingt noch einen Schneeausritt mit Galopp im Schnee machen. Zum Glück brachte ich welchen aus den Skiferien mit 😀

So machte ich mich mit Najem am Sonntag auf in den verschneiten Wald. Die ersten paar Meter begleitete uns Miriam (die Besitzerin von Najem) zusammen mit einem Shetty und dem Hofhund. Sie wählten jedoch eine kurze Runde und so verabschiedeten wir uns. Najem beschwerte sich jedoch lautstark, da wir offensichtlich in die falsche Richtung ritten (= nicht die gleiche wie der Rest der Gruppe). Ausser Wiehern und ein paar Umdreh-Versuchen blieb er jedoch brav. Mich machte sein Verhalten jedoch nervös, da ich ihn einfach zuwenig einschätzen konnte und deswegen stieg ich ab und führte ihn. Nach ein paar Minuten hatten wir uns jedoch beide wieder beruhigt und ritten weiter. Ich blieb fast die ganze Zeit angespannt, obwohl er total brav war. Trotzdem traute ich mich einen Trab, woraufhin er bald Galopp anbot. Das war mir ebenfalls lieber als das schnelle Traben mit hochgerissenem Kopf und schon galoppierten wir durch den Schnee! Dabei blieb er problemlos regulierbar. Zwei drei weitere Male war der Weg ideal für einen Galopp, was wir natürlich ausnützen. Danach war ich auch wieder entspannt und mein Sitz verbesserte sich (was der Muskelkater heute an den richtigen Stellen beweist). So kamen wir ganz gemütlich zuhause an 🙂

Und hier die Karte auf Everytrail.

Erster Spaziergang mit Najem im Schnee

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Ich war noch recht nervös, wusste ich doch nicht, was mich erwartet und ob der „Kleine“ immer noch so ruhig bleibt, wenn er mit mir alleine ist – und zwar erst noch im Dunkeln! Aber er war total brav, einmal machte er drei Trabschritte, ansonsten blieb er einfach oft stehen, wenn er etwas interessantes sah oder roch. Leider war kein Ausritt möglich, da er gerade erst von der Osteopatin behandelt wurde und deswegen noch nicht arbeiten darf. Mir ging es aber auch nur darum, ihn mal alleine mit mir zu erleben.

Zudem war die Natur atemberaubend! Durch den ganzen Schnee war es richtig hell, zumindest für nächtliche Verhältnisse. Man sah unglaublich viele Sterne und über allem lag eine winterliche Ruhe. Schade finde ich nur, dass ich wegen meiner Nervösität nicht mehr geniessen und abschalten konnte. Ich liebe eine solche Winterlandschaft!

Hier noch die Karte mit unserem Spazierweg. Ich habe vergessen, den Tracker auszuschalten, wir waren nur etwa 1/2h unterwegs:

Karte auf Everytrail

 

Schnee-Ausritt!

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Puh war das kalt! Aber traumhaft! Ein Ausritt im Schnee zu zweit (ok, mit Pferden zu viert 😀 ). Dieses Mal musste ich lange warten, bis meine Mitstreiterin ihr Pferd ready hatte, denn ich brauchte keine Hufschuhe, die Hufe waren vom Schnee bereits blankpoliert und den Dreck konnte ich höchstens einarbeiten.

Meine Fussheizung hat sich wieder mal bewährt, trotz eisiger Kälte fror ich nicht total, da die Füsse nie ganz kalt wurden. Trotzdem wären beheizbare lange Unterhosen toll *haben will* (werd ich mir sicher nachher bestellen, bin momentan im Kaufrausch ^^).

Danach gab es sogar noch ein „Fotoshooting“ – also ich hab Fotos gemacht 😀 Jetzt könnt ihr den süssen Kerl auch mal optisch betrachten. Sogar mein Freund und dessen bester Freund fanden ihn hübsch, und die zwei haben keine Ahnung von Pferden 🙂

Die Bilder sind fast eine Art Daumenkino:

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Spiel in der Dunkelheit

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Gestern war ich zum ersten Mal alleine bei meinem Pflegepferd. Es war schon relativ spät und entsprechend dunkel. Theoretisch gab es zwar Licht, aber da es relativ schwierig ist, im Dunkeln einen Lichtschalter zu finden, war ich natürlich ausgerüstet. Einerseits mit tonnenweise Reflexzeug, falls ich mich abenteuerlustig auf einen Spaziergang wagen würde und andererseits mit einer Stirnlampe, um das Pferd erstmal zu finden.

Den Spaziergang legte ich ad akta, als der Wind mein Auto auf der Autobahn versuchte, von der Spur abzubringen. Ich will schliesslich nicht, dass sich das Pferd erschreckt, wenn ich davongeweht werde. Also wollte ich einfach ein wenig mit meinem Pflegepferd auf dem Platz spielen, der zum Offenstall-Auslauf gehört. Die erste Hürde war das Aufhalftern mit Knotenhalfter, die ich dann doch recht problemfrei überwindete. Die zweite Schwierigkeit bestand darin, das Pferd so zu bewegen, dass es nicht andere Pferde anrempelte, denn die gesamte Herde wollte nämlich mitspielen. Zumindest bis es anfing zu regnen, dann wollte auch mein Pferd nicht mehr so gerne mitspielen. Alles in allem hat es doch gut geklappt, wenn auch nicht so gut wie letztes Mal unter Anleitung und im Hellen. Aber ich bin zufrieden, da ich nur ein gegenseitiges Kennenlernen im Sinn hatte. Nächstes Mal werde ich mich jedoch mit Kappzaum und Peitsche „bewaffnen“, um so hoffentlich genauere Kommandos zu geben. Für den Longenkurs reicht der Platz nämlich schön aus und ich glaube, das würde ihm gut tun und Spass machen. Abgekaut hat er nämlich fast nach jeder Übung.

Die Suche nach der richtigen Reitbeteiligung

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Ich habe es ohne Pferdebezug doch nicht ausgehalten und war in den letzten Wochen auf der Suche nach einem neuen Pferd, mit dem ich meine Zeit verbringen kann. Dies gestaltete sich insofern als schwierig, da ich durch meinen Umzug niemanden kannte und ausserdem ein Kleinpferd oder Pony suchte. Ich selbst bin nämlich unter 1.60m klein und komme auf ein 1.70m Stockmass Pferd schon kaum hinauf.

Herauskristalisiert haben sich zwei Reitbeteiligungen, die ich im Internet fand. Beide auf ihre Weise interessant. Bei der ersten Reitbeteiligung handelt es sich um einen jungen Welsch-Freiberger Mix, der noch in der Ausbildung steckt. Die zweite Reitbeteiligung sind gleich zwei Pferde, oder besser gesagt Ponys, das eine davon dressurmässig sehr gut ausgebildet. Bei der Ausbildung mitwirken zu können oder von guter Ausbildung profitieren, das hat natürlich beides seinen Reiz.

Beim ersten Probereiten war ich relativ unsicher, vielleicht weil ich schon einige Monate kein Pferd mehr von nahem gesehen habe, vielleicht auch weil der Wallach erst 5 Jahre alt ist. Trotzdem lief alles wunderbar. Die Besitzerin konnte sich ein anderes Pferd aus dem Stall (Offenstall, wohlbemerkt 😉 ) ausleihen und wir machten uns auf einen Ausritt mit Schritt (toller Vorwärtstrieb), Trab (boah der hat echt Schwung!) und einem kurzen Galopp (auch da: Schwung!). Hat alles gut geklappt und er reagierte wunderbar auf fast gewohnte Weise und sehr fein. Beeindruckt hat mich auch der Balancesattel, als ich mich im Internet darüber schlau machte (Balancesattel Schweiz, Balancesattel Webseite).

Das zweite Probereiten begann mit einer sympatischen Pferdebesitzerin und zwei netten Ponys in riesigen Boxen, jedoch im Winter ohne jeglichen Auslauf, wie ich später erfuhr… Auch hier machten wir uns zu einem Ausritt zu zweit auf. Ich fühlte mich sehr wohl und sicher im Sattel, obwohl ich nicht viel Reaktion auf meine gewohnten Hilfen bekam. Im Trab war keinerlei Elastizität zu spüren, im Gegenteil, das Pony hielt den Kopf regelrecht fest, sodass ich mit den Händen nicht mitfedern konnte. Als wir dann einen Galopp wagen wollten, hatte er wohl die Nase voll und buckelte mich ohne Vorwarnung herunter. Zum Glück ist nichts schlimmes passiert, nur eine heftige Rückenprellung.

Man ahnt es bereits, ich habe mich für die erste Reitbeteiligung entschieden. Unter anderem auch weil dort die Besitzerin Zeit für mich hat und mir auch mal etwas zeigt, während die zweite Besitzerin doch sehr eingespannt ist mit Job und Kindern.

Meine auserwählte Reitbeteiligung führt übrigens ebenfalls ein Weblog:http://najem07.blogspot.ch/

Süsser Kerl, nicht? 🙂

Träume

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Ich merke langsam, wie mir das Reiten fehlt. In den Ferien konnte ich einige Male am Strand entlang reiten mit einem ganz tollen Pony und das hat so viel Spass gemacht!

In letzter Zeit träume ich häufig vom Reiten. Nicht von Dressur oder Springen, sondern von Abenteuern zu Pferd. Etwas, das ich nie richtig verwirklichen konnte.

Allerdings muss das Reiten momentan warten. Ich würde mir gerne wieder eine Reitbeteiligung suchen, allerdings muss davor zuerst der Umzug gestemmt werden. Am alten Wohnort etwas zu suchen, macht keinen Sinn. Am neuen Wohnort bin ich noch nicht angekommen. Der neue Job fängt auch erst im Januar an. Also werde ich anfang nächstes Jahr wieder mit dem Reiten beginnen. Höchstens die ein oder andere Reitstunde liegt vielleicht drin, hier bei der Arbeit um die Ecke gibt es nämlich eine tolle Reitschule.

Aber eben, meine Zeit ist begrenzt und der Umzug hat doch höhere Priorität.

Für die Reitbeteiligung werde ich jedoch zukünftig andere Ansprüche stellen. Am liebsten wäre mir ein Endmass-Sportpony (meine Reitlehrerin hatte mir das schon vor Jahren empfohlen 😀 ), nicht völlig verritten – ob gut ausgebildet oder nicht ist mir weniger wichtig), mit dem ich Dressürlen und ein bisschen Springen kann.

Oder wahlweise guten Reitunterricht.

Am liebsten eine tolle Reitbeteiligung mit guten Reitunterricht kombiniert 😀

Neues altes Kapitel

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Nächsten Mittwoch werde ich das erste Mal wieder reiten seit meinem Abschied von Bailyn. Meine Reitlehrerin und Freundin P freut sich schon darauf, mich endlich wieder in ihren Gefilden zu haben. Ich freue mich auch, aber irgendwie habe ich auch Angst davor, auf ein Pferd zu steigen, das nicht Bailyn ist. Nicht Angst davor, mit dem Pferd nicht zurecht zu kommen, sondern Angst davor, dass mich das unheimlich traurig macht. Trotzdem will ich es versuchen, denn als Gegenstück zu meiner Angst ist da die Hoffnung, dass mir das Reiten Spass machen wird. Wahrscheinlich wird beides eintreffen. Somit schaue ich dem Mittwoch mit gemischten Gefühlen entgegen. Und lege gleichzeitig den Grundstein für ein neues Pferdekapitel in meinem Leben.

Trennungsschmerz

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Ich habe den Abschied von Bailyn noch nicht verdaut und selbst die Fotos hier im Weblog machen mich gleich wieder traurig. Sobald ich es mir zutraue, möchte ich sie besuchen gehen. Ich glaube jedoch, dass es ihr gut geht. Irgendwie habe ich es immer noch nicht realisiert, dass sie wirklich nicht mehr zu mir gehört.

Auch Sarah möchte ich mal besuchen gehen, vielleicht kann ich das mit Dom einrichten in meinen Ferien nächste Woche.

Und Faramir kennt mich wohl schon gar nicht mehr. Ihn werde ich auf jeden Fall in meinen Ferien besuchen.

Macht’s gut :-(

Ich verabschiede mich hiermit von Sarah und Bailyn. Sarah wurde bereits vor fast drei Monaten verkauft und Bailyn vor einem Monat.

Sarah ging zu einer netten Frau in St Gallen, die von Anfang an begeistert von der nicht immer einfachen Sarah war. Dom war sie bereits einmal besuchen und es geht ihr dort offensichtlich sehr gut.

Bailyn durfte zu einer lieben Familie mit zwei Teenagern, die sich eine Woche zuvor von ihrer alten Shagya Araber Stute verabschieden musste, weil sie eingeschläfert wurde. Ich hoffe, Bailyn kann dadurch gleich diese Lücke ausfüllen und bekommt viel Liebe und Aufmerksamkeit.

Auf und Ab

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In den letzten paar Wochen wurde Bailyn sehr übermütig und hat mich sogar mal runtergeworfen. Ich muss noch an meiner Sattelfestigkeit üben, wollte sie mir wohl sagen. Aber auch beim Traben hatte sie immer Rennen auf der Stirn geschrieben. Ich schob es auf das Wetter, bin jetzt aber auch dabei, ein Mineralfutter zu besorgen. Dies wird vom Stallbesitzer übernommen, wenn wir es über ihn beziehen. Vollpension heisst hier auch Vollpension 😀

Doch letzten Freitag war sie plötzlich wieder wie ausgewechselt. Zwar immer noch mit Vorwärtsdrang, aber völlig brav und der Trab wieder total fluffig. Sogar das Angaloppieren klappte beim ersten Mal auf die Sekunde genau und erst noch schön bergauf.

(Würde ich jetzt noch geradeaus schauen, wäre ich schon ganz zufrieden ^^ )

Spass bei der Arbeit

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Die gestrige Platzarbeit hat so richtig Spass gemacht!

Zuerst nahm ich mir viel Zeit beim Putzen, da der Reitplatz noch besetzt war – zurzeit wird ja fürs Weihnachtsreiten geübt. Dementsprechend schön sah die Mähne mal aus:

Wir waren dann nur zu zweit auf dem Platz. Ich übte ein paar Seitengänge, Schulterherein klappt mittlerweile in Schritt und Trab relativ gut, Schenkelweichen im Trab klemmt manchmal noch. Rückwärtsrichten geht unterschiedlich gut. Die Anlehnung im Trab ist dafür hervorragend. Das Angaloppieren ist immer noch unser Knackpunkt, geht aber auch mit jedem Mal besser. Wir machten dann eine Pause und dirigierten Sarah und ihren Reiter herum, die mit unseren Hinweisen plötzlich einen ganz anderen Trab zeigte – ein tolles Erfolgserlebnis für die beiden! Darüber habe ich mich sehr gefreut 🙂
Am Ende galoppierten wir noch zusammen und machten an der langen Seite der Bahn ein kleines Wettrennen. Das brachte so richtig den Spass am Galopp zurück 😀

Zeit…

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…ist Mangelware bei fast allen Pferdebesitzern. Bei mir mangelt sie momentan so stark, dass ich kaum mehr in den Stall komme. Denn die Nebenjobs, die ich habe, um mein Pferd zu finanzieren, rauben mir auch gleichzeitig die Zeit, die ich mit meinem Pferd verbringen könnte. Ironisch, oder? Somit ist es auch bereits eine Woche her, seit ich das letzte Mal im Stall war.

Dafür kommt heute eine Reitbeteiligungs-Anwärterin, mit der ich zusammen im Brevet-Kurs war. Ich bin gespannt, ob das passt und werde berichten

Herbst

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Der Herbst bringt geniales Wetter zum Ausreiten. Die Bäume sind farbig, die Stechviecher sind weg, es ist neblig und teilweise ein wenig unheimlich, die Wege sind weich vom Herbstlaub und es ist entweder gewittrig oder still. Ganz spannend sind Ausritte abends im Dunkeln bei Nebel. Einerseits sehr unheimlich, gerade wenn es neblig ist, andererseits aber völlig ruhig – eine sehr spezielle Atmosphäre! Ich bin eigentlich gar nicht so der Ausreit-Fan, aber jetzt bin ich auf den Geschmack gekommen 😉

Wildes Pferd im Dunkeln

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Am Sonntag war ich mit Bailyn auf dem Reitplatz, abends um sieben. Wir haben zum Glück einen super beleuchteten Reitplatz. Gleich nebenan sind die Weiden und Bailyn war offensichtlich durch die in der Dunkelheit nur schlecht erkennbaren Pferde irritiert. Beim Reiten war sie entsprechend spritzig, deswegen hiess es nach zehn Minuten Aufwärmen Galopp. Das Angaloppieren klappte gut, allerdings merkte ich, was eine längere Aufwärmzeit ausmacht. Sie ist einige Male falsch angaloppiert, was allerdings auch daran liegen kann, dass sie direkt beim Angaloppieren über die innere Schulter davonstürmte. Wer arbeiten will, soll auch arbeiten, also gab es wieder die Angaloppier-Übung. Ich bin stolz auf mein Pferdchen, dass es trotz des aufgewühlten Gemüts ganz toll stehenblieb, auch das Rückwärts nie ein Streitthema war und ein, zwei Mal das Angaloppieren wirklich super war, schön gesetzt und mit Schwung über den Rücken. Das sind die kleinen Fortschritte, die mir Freude bereiten und die ich im Auge behalte, wenn der Rest eher chaotisch ist – was ja grösstenteils auch an mir liegt.

Angaloppieren üben mit Schlangenlinien

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Bailyn hatte einige Tage Pause, weil ich krank war. Das letzte Mal war ich am Samstag bei ihr. Ich ging mit ihr auf den Reitplatz. Irgendwie war mein Sitz nicht optimal, dafür hatte ich genug Energie, um wieder mal am Galopp zu arbeiten. Wie immer hatten wir einige Anlaufschwierigkeiten, aber ein paar Mal klappte das Angaloppieren gut und einmal sogar sehr gut, nämlich punktgenau auf meinen Schenkeleinsatz. Weil ich ein gutes Gefühl hatte, probierte ich unsere Galoppübung aus:
Schlangenlinien im Galopp, dabei immer auf der Mittellinie anhalten, ein paar Tritte rückwärts und wieder angaloppieren – dabei wird natürlich jedes Mal der Galopp gewechselt.
Vorteile der Übung:
Man steigert die Sensibilität des Pferdes auf das Angaloppieren, dieses wird durch das vorherige Rückwärtsrichten gesetzter, der Gehorsam wird gefördert durchs Anhalten und man kann die Übung beliebig einsetzen oder auch durch andere Hufschlagfiguren auflockern.
Eine meiner Lieblingsübungen!

Stangen L und Longenkurs

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Meine Reitbeteiligung A und ich waren gestern mit Bailyn auf den Reitplatz. Wir hatten uns für Bodenarbeit verabredet und zweckentfremdeten dafür ein paar Stangen des aufgestellten Hindernisses. Zuerst legten wir ein Stangen L. Damit übten wir die klassische Übung vorwärts und dann rückwärts durch. Bailyn kannte das zwar schon, reagierte jedoch auf kleinste Fehler unsererseits. Trotzdem klappte das relativ gut. Ich liess A aufsitzen, damit sie die Übung mal von oben spürt. Bailyn wirkte ein wenig verwirrt, machte aber trotzdem gut mit, obwohl ihr Rückwärts mit Reiter schwerer fiel.

Ich zeigte A dann auch noch, wie sich Schulterherein und Schenkelweichen anfühlen ohne Sattel. Vom Boden aus klappt das nämlich wunderbar mit Bailyn.

Zum Schluss ging es an das Longenkursprogramm. Wir sind momentan bei Führen in Stellung (FiS), Übertreten und Anschraten. Den langsamen und schwungvollen Trab kann sie mittlerweile eine halbe Volte halten, bevor sie ins Rennen verfällt.

Wunderschön war übrigens am Anfang, als ich mit Bailyn kurz spielte und sie mir nachtrabte 🙂

Hier noch ein paar schön unscharfe Bilder:

Seitengänge

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Gestern abend, als Bailyn beinahe schon schlief – es war immerhin schon fast acht – zerrte ich das arme Tier auf den Reitplatz. Weil ich durch zehn Stunden Arbeit schon ziemlich erledigt war, liess ich den Galopp weg und arbeitete stattdessen nur im Schritt und Trab. Zuerst ohne Steigbügel, um richtig in den Sattel zu kommen. Dafür baute ich ziemlich schnell abwechslungsreiche Bahnfiguren, Schulterherein und Schenkelweichen ein, um Bailyns Konzentration zu mir zu holen. Das klappte hervorragend, sogar ein bis zwei Schritte Travers lagen drin. Zumindest so etwas wie Travers. Den seitwärtsweisenden Schenkel müssen wir wohl noch üben. Dafür klappten die Stimmkommandos besser als je zuvor. Bailyn erkennt Ho, Site, Scherit, Terab und Warten.

Richtig schön war gestern, dass Bailyn nach dem Abhalftern im Stall noch bei mir stehen blieb, obwohl sie ansonsten immer gleich Richtung Heu oder Wasser lief. Auch als ich fertig war mit Aufräumen und zum Auto ging, stand sie am Zaun. Das sind die Momente, für die ich immer ein eigenes Pferd wollte und die machen alles wieder wett.

Erster Ausritt alleine

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Gestern machte ich top motiviert Bailyn fertig zum Reiten. Als ich auf den Platz wollte, erfuhr ich, dass dieser gesperrt ist weil für das Weihnachtsreiten geübt wird. Ziemlich betrübt ging ich zurück zum Anbindeplatz und entschloss mich, Ausreiten zu gehen. Ich habe keine Ahnung, welcher Teufel mich da geritten hatte. Zumindest dachte ich daran, Bailyn und mich mit Reflexzeug einzukleiden. Somit machten wir uns blinkend auf den Weg in den Wald. Da es schon halb sieben war, entsprechend im Dunkeln.

Erwähnenswert dabei ist wohl, dass wir seit mindestes einem Jahr nicht mehr alleine ausreiten waren und an diesem Stall noch gar nie. Zudem war der letzte Ausritt einige Wochen her und ein Ausritt im Dunkeln fand bisher nur einmal statt und auch da nur, weil wir uns verirrt hatten. Es war also eine Premiere auf allen Ebenen.

Am Anfang war Bailyn noch entsprechend nervös, mit der Zeit legte sich das ein wenig und sie war nur noch guckig. Allerdings nutzte ich ihren Vorwärtsdrang und ritt einen seltenen aktiven Schritt bergauf. Später wagte ich sogar ein Träbchen, das allerdings eher stockend war. Weil Bailyn dann Galopp anbot, dachte ich, warum nicht? Sie galoppierte dann wunderbar auf mein Kommando an und wir fetzten im ruhigen Tempo durch den Wald. Der Weg war gerade knapp noch sichtbar, nächstes Mal rüste ich mich besser mit der Stirnlampe aus.

Auf dem Rückweg hatte es Bailyn entsprechend noch eiliger, blieb aber brav im (schnellen) Schritt und hielt auch problemlos auf Kommando an. Dafür gab es natürlich eine Belohnung, denn es ist nicht selbstverständlich, dass ein nervöses Pferd, das gerade alles um sich herum gefährlich findet, noch so brav auf seinen Reiter hört. Dafür liebe ich mein Pferd!

Verkaufen oder nicht?

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Mein Pferd ist momentan zum Verkauf ausgeschrieben, weil mich finanzielle Gründe dazu zwingen. Allerdings versuche ich durch Nebenjobs wie Nachhilfe meine finanzielle Situation soweit zu verbessern, dass dies nicht nötig ist. Solange es aber keinen anderen Ausweg gibt, werde ich versuchen, mein Pferd zu verkaufen.

Aus diesem Grund war am Sonntag eine Interessentin hier zum Probereiten. Das Vorreiten lief entsprechend schlecht, da ich zwei Wochen nicht mehr bei Bailyn war. Sie war sehr unaufmerksam und eilig. Bei der Interessentin hatte ich das Gefühl, dass sie ein wenig überfordert war, aber als ihre Reitlehrerin ritt, hatte ich ein gutes Gefühl. Diese war auch sehr begeistert von Bailyn, allerdings hatten sie erwartet, dass Bailyn bereits weiter ausgebildet sei. Über den Preis sind wir uns auch noch nicht ganz einig. Aber mein Gefühl sagt mir, dass sie Bailyn nicht kaufen wird und irgendwie will ich ihr Bailyn auch nicht verkaufen, weil einfach die Emotionen gefehlt hatten.